Druckschrift 
Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

176

Bei den täglich steigenden Holzpreisen und einem in man-chen Gegenden, besonders im Jura, bereits fühlbar geworde-nen Holzmangel, sowie bei der ungünstigen Lage für die Anwen-dung von Steinkohlen zum Hütten- und Frischereibetrieb hat dieschweizerische Eisenindustrie keine große Zukunft zu erwarten.Indeß möchte die neue am 1. Februar 1850 ins Leben getre-tene Centralisation des Zollwesens für die.nächste Zeit wenigstensden bestehenden Anlagen ihre Lage erleichtert und sogar zu einerAusdehnung des Betriebs Veranlassung gegeben haben. Denn hier-durch sind die Transit-, Ein- und Ausfuhrzölle weggefallen, wo-mit der Bezug der Erze und Kohlen aus anderen Cantonen seit-her belastet war und zwar mitunter bis zu Beträgen von einigenTausend schweizer Franks für den Jahresbetrieb eines Hoch-ofens.

Die Schweiz bedarf eines bedeutenden Zuschusses von Eisenaus dem Auslande. Die Gesammteinfuhr an Eisen und Eisen-waaren") betrug:1843: 235,836 Ctr., darunter 163,290 Ctr. Roh- und Gußeisen.1844: 242,196 - - 168,698 - - - -1845: 191,198 - - 127,6L3 - - - ^-^1846: 234,136 - - 169,230 - - -1847: 156,310 - - 93,434 - - -Durchschn. 211,937 Ctr., darunter 144,454 Ctr. Roh< und Gußeisen.

Das eingeführte Roheisen ist hauptsächlich graues schottisches,demnächst auch etwas belgisches zum Behufe des Vergießen»,größtenlheilS für die Maschinenfabriken von Zürich . Nur wenigfranzösisches und badisches Roheisen wird zum Verfrischeu bezo-gen. Die übrige Einfuhr besteht zum größten Theil aus Eisen-waaren englischen und zollvereinsländischen Ursprungs und dem-nächst aus Blech, meist englischen Kesselblechen. Aus Baden gin-gen insbesondere Stabeisen, Guß- und grobe Eisenwaaren nachder Schweiz . Die seit dem 1. Februar 1850 eingeführte, wennauch an und für sich nicht hohe Grenzbesteuerung, hat dem Ab-satz badischen Eisens sehr bedeutend geschadet.

Die Schweiz führt aus: etwas Draht, einige Eisenwaarennnd insbesondere Maschinen (Schiffsmaschinen und eiserne Schiffe,

') Himmler sind circa 25V Ctr. Eisenerz jährlich einbegriffen.