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nähme der Qualität eintritt, sonach die ordinärsten Eisensortentrifft. Das luremburgische Roheisen sehen wir z. B. noch wohl-feiler als das belgische. Ja für das theuerste, deutsche Roheisen,das badische, bieten die Preise der anliegenden Schweiz — mitkaum nennenswerthen Zöllen — den Beleg, daß der Zoll zurVertheuerung nichts beitrug; denn das schweizerische Eisen kostetloco Werk durchschnittlich eher mehr als weniger, wie das ba-dische. — Dabei ist überdies zu berücksichtigen, daß unser ge-wöhnliches inländisches Coaksroheisen immer noch an Qualitätdie ordinären schottischen oder belgischen Ionte8 6'»stmgAö weitübertrifft und weit geringeren Verlust beim Verfrischen erleidet.
Unser absolut wohlfeilstes ist also relativ dastheuerste Eisen. Bei der ganz aus ausländischem Roheisendargestellten Stabeisensorte Nr. 1. steigt der Unterschied gegenWales Stabeisen auf Thlr. 9. 5 Sgr. pro 1000 Pfund. Anden Consumtionsorten stellt sich dagegen die Differenz höchstensauf 7 Thlr., da mau auf den meisten Punkten des Vereins-gebiets die Fracht von den nächstgelegenen inländischen Stabeisen-werken um mehr als 2 Thlr. pro 1000 Pfund billiger hat, alsvom Ausland. Und ferner kommt von diesen 7 Thlrn. in Ab-zug, wie viel Zoll von dem verwandten ausländischeil Roheisenan die Staatskasse entrichtet worden war. Beim Bezug ausSchottland waren dies (von 1400 Pfund) Thlr . 4. 10 Sgr.und aus Belgien Thlr . 2. 5 Sgr. Als äußerste Grenze der Ver-theuerung zu Gunsten des inländischen Eisengewerbes blieben alsoim ersten Fall Thlr . 2. 20 Sgr., im zweiten Thlr. 4. 25 Sgr.pro 1000 Pfd. (Sgr. 8. 10 Pf. resp. Sgr. 15. 11 Pf. pro Ctr),von wo ab die Vertheuerung stufenweise abnimmt und bei denfeinsten Qualitäten ganz verschwindet.
Bei den ordinären Kesselblechen ist der Mehrpreis sehr be-deutend; doch sind seit 4 Jahren die Preise in solchem Abneh-men begriffen, daß die Differenz immer kleiner wird.
Ueberhaupt sollen die noch bestehenden Differenzen keines-wegs als unbedeutend dargestellt werden. Nur so viel stellt sichevident heraus, wie wenig die Zollhöhe mit einer Vertheuerungdes inländischen Eisens gleichbedeutend ist und wie man sich folge-richtig zum Behuf der Erhaltung gewisser Verhältnisse für dieNothwendigkeit eines bestimmten Zollsatzes aussprechen kann, ohne
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