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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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damit eine entsprechende allgemeine Lerthcuerung, geschweige denneine dauernde, zu beabsichtigen. Für die besseren Qualitäten hatim Wesentlichen der Zoll nur die Folge gehabt, durch Vertheue--rung der ordinären Sorten ihnen einen verhältnißmäßig größe-ren Absatz zu sichern; immer aber blieb die innere Konkurrenzstark genug, nicht blos jeder Preissteigerung zuvorzukommen,sondern sogar die Preise noch immer weiter herabzudrücken.Selbst ohne Zoll würden jetzt die Preise dieser Qualitäten nichtmehr wesentlich herabgehen können, wie die gleichstehenden aus-ländischen Preise darthun (von denen nur einzelne weit theurereSorten schwedischen und russischen, so wie Norkshire Eisens alsbesser wie unser bestes deutsches Eisen zu betrachten sind); wohlaber würde eine außerordentliche Betriebsbeschränkung plötzlichvor sich gehen, die wir im Wege der inneren Konkurrenz auflangsamere und für die betroffenen Gegenden und Besitzer weni-ger empfindliche Weise durchgeführt zu sehen wünschen. DieZollmaaßregeln von 1844, indem sie nur die Preise der mitdem ordinärsten ausländischen Eisen direkt konkurrirenden Sortenhöher hielten, als sie ohne diese Zollerhöhungen stehen wür-den, die Preise der feinsten Qualitäten inländischen EisenS aberunberührt ließen, haben sonach die Verminderung der Preisdif-ferenz zwischen guten und schlechten Qualitäten zur Folge gehabt.Die weitere Folge hiervon war, daß der Consument verhältniß-mäßig mehr gutes Eisen verbrauchte, als bei größerer Preisdif-ferenz der Fall gewesen sein würde. Mancher wählt z, B. jetztein Holzkohleneisen, der Coakseisen vorzöge, wenn die Differenzstatt 6 vielleicht 10 Thlr. pro 1000 Pfund betrüge. Da abernun erfahrungsmäßig, wie bei den meisten Waaren so auch beimEisen, die Werthdifferenz der guten Sorten) durch größere Festig-keit, geringere Abnutzung, längere Haltbarkeit u. s. w,) gewöhn-lich größer ist, als die Preisdifferenz, so ist noch lange nichtimmer gesagt, daß Jemand durch die Vertheuerung der, unterenQualitäten einen reellen Nachtheil erlitten habe, wenn er deshalbdie beste, theuerste Sorte wählte, bei größerem Unterschied abervielleicht die schlechtere, wohlfeile verbraucht haben würde. Beiden bisherigen Verbrauchsverhältnissen im Zollverein besteht nurder allerkleinste Theil aus solchen Sorten, wobei es auf die Qua-lität wenig oder gar nicht ankommt, während in England und