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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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unsre Gegner sich am stärksten bemüht, die nachtheiligen Folgender Eisenzölle darzuthun. Wir wollen die Uebertreibungen, de-ren man sich hierbei schuldig gemacht hat, auf ihr richtiges Maaßzurückführen *).

Nach der in Z. 29. gegebenen Berechnung entfallen auf dieLandwirthschaft des preußischen Staates (von der uns allein dieAngaben über die bewirthschaftete Bodenfläche zu Gebot stehen)etwa 900,000 Centncr Roheisen jährlich. Nun besitzt Preußennach v. Leng erke**) 47,753,000 Morgen Landes, die als Aeckeroder Gärten bewirthschaftet werden. Hiernach kommen also aufden Morgen 2,07 Pfund Roheisen jährlich, welcher Verbrauchnatürlich in den einzelnen Fällen, je nach dem Boden, Art derBewirthschaftung u. s. w. sehr verschieden ist. Da das Roheisennicht als solches, sondern als Stabeisen, Blech, überhaupt in ver-arbeitetem Zustande zur Anwendung gelangt, so mag das reineGewicht dieser Geräthschaften zu 1,48 Pfund pro Morgen ange-nommen werden***).

Wollen wir nun den Zollbetrag als die oberste Grenzeder möglichen Vertheuerung berechnen, so ist vorerst dasVerbrauchsverhältniß festzustellen, in welchem die verschiedenenEisenfabrikate bei der Landwirthschast zur Verwendung kommen.Die folgenden Angaben enthalten das Durchschnittsresultat ver-schiedener Erhebungen.

Es kommen von dem Gesammteisenverbrauch der Landwirth-schast zur Verwendung-j-):

') Die folgende Darstellung ist im Wesentlichen einer im Jahre 1850vom Verf. d. veröffentlichten Denkschrift: Ueber den Einfluß der Eisenzölleauf die Landwirthschast, Hamburg 1850, entnommen, die diesen Gegenstandausführlicher behandelt.

") A. v. Lengerke, Beiträge zur landwirthschaftlichen Statistik despreußischen Staates. Berlin 1347.

Direkte aufs sorgfältigste angestellte Ermittelungen bestätigen die an-nähernde Richtigkeit dieser Annahme. So hatte eine nassauische Ackerwirth-schast von 700 nass. (K8ö vreuß.) Morgen im Durchschnitt der letzten 10 Jahrean verschiedenen Eisensorten und Waaren 346 Pfd. oder 1,33 Pfd. pro preuß.Morgen verbraucht. Ein rheinischer Gutsbesitzer rechnete auf einem Gut von10,000 Morgen nur 1 Pfd. pro Morgen.

5) Es ist klar, daß z. B. bei Huf- und Radbeschlag und sonstigen ört-lichen Verwendungen nur der Zoll des vom Hufschmidt verwandten StabeiseiiS