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die verschiedenen Gewerbe, die gerade vorzugsweise viel Eisenverbrauchen.
Es läßt sich aber, außer durch solche direkte Ermittlungen,noch von anderer Seite her ein Schluß auf die geringe Vertheue-rung der inländischen Eisen-Produktion machen. Es beweist diesdie Konkurrenz-Fähigkeit eines so großen Theils un-serer Eisen- und Stahlwaaren, Die Solinger und Rem-scheider Waaren konkurriren in aller Welt mit den Englischen,und sind fast durchgehends noch billiger als diese. Insofernsolche Waaren aus ganz ordinärem Eisen dargestellt werdenkönnen, sind die Engländer allerdings noch im Vorzug, alleinwo gutes Material erforderlich war, konkurriren wir vollständig,ein Beweis, daß unser gutes Eisen gar nicht oder doch nur un-bedeutend theurer sein kann, als die entsprechende Qualität vonenglischem Eisen.
Der Eisenconsum des Zollvereins wird (s. Z. 29.) seit 10Jahren beinahe zur Hälfte durch die Zufuhren vom Auslandebefriedigt. Wie aus H. 51. hervorgeht, hat die Belastung von die-ser eingeführten Hälfte im Durchschnitt von 18^ 1,87 Sgr. proKopf der Bevölkerung betragen. Lassen wir nun auch der Phan-tasie unserer Gegner freien Spielraum, um wieviel die andere imInland produzirte Hälfte vertheuert worden ist, ob weit weniger(wie dieß natürlicherweise unsere Ansicht ist) oder ob gleich viel, somögen die Betheiligten urtheilen, ob sie sich in ihren Erwerbsin-teressen empfindlich verletzt fühlen, wenn sie diesen, in starker Ab-nahme begriffenen, Beitrag zur Erhaltung und Weiterbildungunserer Eisenindustrie noch auf einige Jahre entrichten. Unmöglichkann auch der Eisenverbrauch stärker zurückgehalten sein, als sich fürdiese winzige Summe an Eisenfabrikaten einkaufen ließe.
Wie thöricht wäre es aber zu glauben, daß die Opfer zuGunsten unserer Eisenindustrie reine Verluste seien, daß es nurder Abschaffung der Eisenzölle bedürfe, um sich davon zu befreien!So stände wohl die Frage, wenn noch gar keine inländische Eisen-industrie eristirte, wenn man eine Rechnung anzustellen hätte, obman sie um den Preis jener Vertheuerung einführen solle odernicht. Allein wo einmal die Eisenindustrie wie seit Jahrhunder-ten in Deutschland einheimisch ist, da läßt sie sich nicht mehraus dem wirthschaftlichen Leben der Nation herausreissen, oder