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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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duknon von 1841 bis 1844 um 181,212 Centner gefallen, wäh-rend sie von 1844 bis 1847 um 756,765 Centner stieg. Imganzen Zollverein (siehe H. 24.) fand ein ähnliches Vorwärts-schreiten statt. Auch hier kommt, wie bei der Stabeisenfabrikation,der Fortschritt fast ausschließlich auf die Coakseisenerzeugung.Zugleich spornte das zurückgekehrte Vertrauen in die Zukunft desEisengewerbes zu technischen und ökonomischen Betriebsverbesse-rungen an, und alle die vielfachen Umbauten der Hochöfen, An-lagen verbesserter Gebläsemaschinen, Benutzung der Hochofengasefür Erhitzung der Gebläselust wie für den Maschinenbetrieb ?c.sind während der günstigen Periode der gemilderten Konkurrenzvon 1845 bis 1847 entstanden. In der Krisis von 1841 bis1844 stand dagegen ein thatsächliches Dementi der Lehrevon den Wirkungen der unbeschränktesten, intensivsten Konkurrenz fast aller Fortschritt still. Fast aus allen Werken haben' sichdie Produktionskosten seit 1844 bedeutend erniedrigt, und dadurchwar allein die Möglichkeit gegeben, die neue Krise seit 1848 nochin solcher Weise ertragen zu können, wie dies geschieht.

Uebrigens würde man die günstigen Einwirkungen der Zoll-maaßregel von 1844 viel zu gering schätzen, wollte man sie einzigin der Centnerzahl der vermehrten Produktion suchen. Wo dieGrundlagen der Coakshütterei noch so wenig untersucht waren,da konnte diese nicht mit einem Mal emporschießen. Aber geradediese großartigen Vorarbeiten und Untersuchungen, welche in jenerPeriode eingeleitet wurden und denen wir namentlich den voll-ständigen Aufschluß des nassauischen Erzreichthums, der Kohlen-eisensteine im Ruhrrevier u s. w. verdanken, sind unmittelbareFolgen jener handelspolitischen Maaßregel. Ohne die durch denRoheisenzoll eröffneten Aussichten dachte kein Mensch daran, jahre-lange Arbeiten und immense Kosten aus solche Versuchsarbeitenzu verwenden. Als man aber eben im Begriff stand auf diesenGrundlagen fortzubauen, als namentlich im Ruhrrevier diesemHauptplatz für die künftige Entwicklung unserer Eisenindustriedie ersten Coakshochöfen in Bau kamen und große Gesellschaftensich für Hüttenanlagen gebildet hatten, da trat zuerst gegen Ende1847 die bekannte Geldkrisis ein, die Eisenpreise begannen raschzu fallen und der Hinzutritt der Ereignisse von 1848 bildete denNothstand vollständig aus. Es war natürlich, daß hierdurch alle