Druckschrift 
Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
Seite
338
Einzelbild herunterladen
 

lige Fabrikat. Die neuen Anlagen, welche obigen Zweckendienen, werden in der Regel auch hierauf günstig einwirken, um-somehr als die Versendung des Eisens, wenigstens so lange esals Halbfabrikat zu betrachten ist, fast ausschließlich nach denKohlenrevieren hin stattfindet. So wird z. B. eine Eisenbahnvon Hagen nach Siegen zuerst das Eisen um den Betrag derFrachtermäßigung der Coaks billiger machen, außerdem aber denConsumenten an der Lenne, Ruhr, Wupper u. s. w. noch umso viel wohlfeiler zuführen, als die Differenz der früheren Trans-portkosten gegen die Eisenbahnfracht beträgt. Auf 14 Meilenz. B. macht dies gegen 8 Sgr. pro Centner aus. Die Schutz-bedürftigkeit eines Distriktes vermindert sich also nicht blos imVerhältniß der Reduktion der eigentlichen Selbstkosten, sondernauch um den Betrag den das Produkt den Consumenten billigerals bisher zugeführt werden kann.

Auf diesem Gebiet kann bereits bei den bestehenden Trans-portmitteln viel geschehen, Die Frachtsätze für so schwere, mas-sige Gegenstände als Eisen, Kohlen u. dgl. sind auf den meistenBahnen noch unverhältnißmäßig hoch und nur ausnahmsweisegeht in letzterer Zeit eine oder die andere Bahngesellschaft (z. B.die Königl. Verwaltung der schlesischen Bahnen) mit Herabsetzungsolcher Frachtsätze vor.

Auch abgesehen von den Eisenbahnen ist die Belastung desgewöhnlichen Landtransportes aus Chausseen häufig eine überhohe.So sind z. B. im Großherzogthum Hessen sehr viele schone Wege-anlagen gemacht worden und zwar mit Vermeidung aller nurirgend beträchtlichen Steigungen. Hierdurch wurden aber aller-dings in den gebirgigeren Gegenden mitunter bedeutende Umwegenothwendig, und da nun das Chausseegeld nach der durchfahrenenWegestrecke erhoben wird, so kommen gegenwärtig die Frachtenmanchen Hütten noch ebenso hoch als früher der unbelastete Trans-port auf den schlechten aber weit kürzeren Landwegen. Wir hören,daß im Großherzogthum Hessen die landwirtschaftlichen Produkteeinen bedeutenden Rabatt vom Chausseegeld genießen; warumnicht auch die Rohstoffe und Fabrikate der so schwer gedrücktenEisenindustrie?

Wir können diese Betrachtungen über den Einfluß der Frach-ten auf die Konkurrenzfähigkeit nicht ohne die dringende Mahnung