— 344 —
sehr verschieden; manche Gruben sind ganz frei, manche entrich-ten den Zehnten; der größte Theil baut 10 Jahre lang ganzfrei und trägt von da ab den Brutto-Zwanzigsten.
Luxemburg hat nur Abgaben an den Grundeigenthümer, diedurchschnittlich nicht allzu hoch sind.
In Nassau ist der Brutto-Zehnte bereits seit 1816 aufge-hoben und werden die Bergwerke nach dem reinen Einkomminenbesteuert, im Marimum zu 5 bis 10 Prozent des Reinertrags.
In den thüringischen Fürstentümern wird der Bergbautheilweise vom Aerar betrieben. Der privative Bergbau ist mei-stens sehr hoch belastet, und außerdem zu Gunsten des Aerarsvielfach im Betriebe gehemmt und beschränkt. Im Meiningenschenfindet wohl die höchste Besteuerung des Erzes statt; sie beträgtnach genauen Mittheilungen mindestens 17 Prozent des Brutto-werthes der Erze, was gegen 3^ Sgr. aus den Centner Roheisenträgt. Dies kommt 32^ Prozent des Eingangszolls auf schotti-sches und 65 Prozent der bisherigen Besteuerung belgischen Eisensgleich.
Man sieht aus dieser gedrängten Darstellung der Berg-werkSbesteuerung im Zollverein, daß sie noch immer einen nichtunbedeutenden Theil des Roheisenzvlls in Anspruch nimmt, daßderselbe also keineswegs in seinem vollen Betrag die inländischeIndustrie schützt, sondern zu einem Theil nur als Aequivalentder inneren Besteuerung anzusehen ist. Beim Stabeisen undden sonstigen Eisenfabrikaten steigert sich natürlich dieser Einflußnoch um den Betrag des Abbrandes beim Frischen des Roheisens ,sowie um die Belastung der Steinkohlen, die zum Verpuddelnund zur Weiterverarbeitung gebraucht werden.
Es ist übrigens nicht blos die unmittelbare Besteuerung,wodurch die Entwicklung der Eisenindustrie von Seiten des Staa-tes vielfach gehemmt wird. Während in einzelnen Ländern undDistrikten die Einmischung der Verwaltung in die Betriebsleitungnicht weiter geht als es die Handhabung der Grubenpolizei er-fordert, und als es das Interesse der Gewerken selbst wünschens-wert!) macht, wird in andere Gegenden diese Grenze vielfach über-schritten, und der Bau und die Ausbeutung der Gruben bedeu-tend kostspieliger gemacht, als nöthig wäre. Dieser Einfluß läßtsich schwer in Zahlen fassen und noch weniger nach einem Durch-