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Das Freihandelsargument / von Lujo Brentano
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Kopfe eines Stubengelehrten. Es ist richtig, daß infolgedes Schutzes, der mir zuteil wird, die Konsumenten fürdas Produkt, das ich herstelle, mehr zu zahlen haben,als wenn sie es zollfrei aus dem Auslande bezögen.Allein dafür setze ich Hunderte von heimischen Arbeiternin Nahrung. Der Gewinn, den ich mit Hilfe des mirgewordenen Schutzes mache, bleibt im Land. Ein Er-werbszweig bleibt dem Lande erhalten, ohne welchen wirdem Auslande für Millionen jährlich tributpflichtig seinwürden.

Das klingt alles außerordentlich patriotisch, undwer sein Vaterland liebt, findet kaum den Mut, zu er-widern. Indes wir wollen uns nicht einschüchtern lassen.Der ganze Einwand ist nur zutreffend, wenn jene Hun-derte von heimischen Arbeitern, welche künstlich in dengeschützten Erwerbszweig herangezogen werden, nichtauch ohne Schutz lohnende Beschäftigung finden, undder Gewinn, den ohne solche Ablenkung das Land vonseinem Kapitale zieht, nicht weit größer ist. Um unsdies zu veranschaulichen, wollen wir zunächst einen Fallkünstlichen Schutzes ins Auge fassen, bei dem die aus-ländische Konkurrenz noch gar nicht in Frage kommt.

Westenrieder hat uns erzählt^, daß in Hochdorf,unweit des Lechs in den dreißiger Iahren des 18. Jahr-hunderts ein Bauer namens Wank eine Dreschmaschineerfunden habe. Kaum war die Maschine fertig, sowurde ihm ihr Gebrauch bei schwerster Strafe verboten.Es kam sogar eine Kommission von München, ' derLauer drosch in Gegenwart derselben sechs Schober Korn

') vgl. Lzv«rliche Leiliiige zu? «chönen un<I nützlichen rilnaiur, >77S, I, I.5. 2ZS, 2SS. K»I in Ser !«eiien IZSiiNe <!« I». ZzlnhunckeM ksmen Ä»nn vrcich-ms'chincn, impoliiett zu: 6em Nuslanö, in veuttchianll nur Hn^cnäung.

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