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Das Freihandelsargument / von Lujo Brentano
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Das Freihandelsargument

^^ehr geehrte Kommilitonen! Sie haben mich cmf--^»»^ gefordert, Ihnen zur Eröffnung Ihrer Tätigkeitin einem neuen Studienjahr einen vortrag zu halten.Ich habe Ihrer Aufforderung gern Folge geleistet. DennIhr verein ist ein verein von Studenten, und zwarvon Studenten, die es sich zur besonderen Kufgabe ge-macht haben, die Erscheinungen des Gesellschaftslebensund die Probleme, welche sie stellen, wissenschaftlich zuerörtern. Damit ist gesagt, daß Sie nicht Männer sind,welche durch Zugehörigkeit zu irgendwelcher Art vonPartei, sei es zu einer politischen, sei es zu einem be-stimmten Interessenkreise, von vornherein Ursache haben,diese Erscheinungen in einem bestimmt gefärbten Lichtezu betrachten und die eine oder andere Art der Lösungjener Probleme zu wünschen. Es ist nur ein idealesInteresse, das Sie zu ihrer Betrachtung hinzieht. DieEinen werden durch den besonderen Kreis von Studien,denen sie sich widmen, die Anderen durch die Teilnahme,die jeder Patriot den Angelegenheiten seines Vaterlandeswidmet, veranlaßt, sich ehrlich zu unterrichten, wie essich denn mit den Dingen, über die mit solcher Heftigkeitseitens der Interessenkreise gestritten wird, wirklich ver-hält. Es gibt kein Streben, welches heute verdienstlicherwäre- denn in keiner Zeit war die Rücksichtslosigkeit,