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Das Freihandelsargument / von Lujo Brentano
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nationalen Kapital den größtmöglichen Gewinn und demVaterlande die Bedingungen der größtmöglichen Zu-nahme seines Reichtums und seiner Macht zu sichern,wie aus der Entwicklungsstufe, auf der Deutschland angelangt ist, der wahre Lchutz der nationalen Krbeitder Freihandel ist.

Ungeheuer sind die Kufgaben, welche dem deutschenVolk, seit es wieder zu einem nationalen Ganzen geeintist, erwachsen sind, und, wenn wir nur an die Ereignisseder letzten Monate denken, sehen wir, wie sie fort-während in noch nicht zu berechnendem Maße wachsen.Um ihnen genügen zu können, bedarf Deutschland desäußersten Haushaltens mit seiner Produktivkraft. Eswird den Produktionszweigen, welche die Mittel zudieser nationalen Machtentfaltung zu liefern haben, ausdie Dauer unmöglich sein, den an sie gestellten An-forderungen zu genügen, wenn sie, in ihrer eigenenEntfaltung gehemmt, auch noch genötigt werden, un-vergoltene Zuschüsse zur Erhaltung an sich konkurrenz-unfähiger Betriebe zu entrichten. Nur dann kannDeutschland den hochfliegenden Zielen, die es verfolgt,näher kommen, wenn es mit rückhaltloser Energie seinevroduktivkraft denjenigen Produktionszweigen zu-wendet, welche der nationalen Krbeit die größtmöglichenErgebnisse versprechen. Diese Notwendigkeit wird auchjene politischen Konstellationen bezwingen, welche denrückläufigen Strömungen aus dem Gebiet der Wirtschafts-politik heute dienen. Gewiß werden Mittel gesundenwerden müssen, um den einzelnen Wirtschaften, welchendie Rückkehr zu einer den Interessen des Ganzen ent-sprechenden Wirtschaftspolitik schwer wird, diesen Ueber-gang zu erleichtern. Was zur Zchonung und Erleichterung

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