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Die klassische Nationalökonomie 1 )
Meine Herren!
Als ich mir die Frage vorlegte, welchen Gegen-stand ich heute vor Ihnen behandeln solle, waren eshauptsächlich zwei Aufgaben, zwischen denen ichschwankte.
Es lag nahe, meine Lehrtätigkeit an der hiesigenUniversität zu beginnen, indem ich die Verdienste desglänzenden Mannes schilderte, dessen Nachfolge alsschwere Bürde mir zugefallen ist. Andererseits warnaheliegend, Ihnen heute über mich selbst zu reden.
Die erstere Aufgabe hatte ungemein viel Ver-lockendes. Denn was an sich Anziehenderes kann esgeben, als von der Fülle geistvoller Gedanken zusprechen, welche der Vorgänger auf meinem Lehrstuhleda hat aufleuchten lassen, wo vor ihm nur öder Dog-matismus oder stumpfe Materialseligkeit herrschten!Aber bei weiterer Überlegung erschien mir die Be-handlung dieser Aufgabe doch wenig rätlich. Dennvon Lorenz von Stein reden, hieße mit ihm selbst einen
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