2
ungleichen Wettkampf auf nehmen. Strahlt er doch injugendfrischer Schaffenslust in unserer Mitte. Und wermöchte es wagen, von seinem Lehenswerke zu sprechen,solange er in jedem Jahre durch neue Taten seinesGeistes in der beredtesten Weise von sich selbst zeugt!
Ich mußte mich also der zweiten Aufgabe zu-wenden ; und entbehrt dieselbe auch des bestechendenGlanzes der ersteren, so bietet sie den praktischen Vor-teil, Ihnen zu sagen, was ich, der ich hier fortanwissenschaftlich tätig sein soll, wissenschaftlich will.
Es scheint mir dies um so mehr geboten, als ichnicht voraussetzen kann, daß hierüber richtige Vor-stellungen herrschen.
Der beste Weg, um hiervon Kenntnis zu geben,ist aber wohl der, daß ich Ihnen erzähle, wie ich zumeiner wissenschaftlichen Auffassung gelangt bin.Bietet derselbe den Nachteil, meine subjektiven Ge-dankengänge in den Vordergrund zu drängen, so schließter andererseits vorweg den Vorwurf aus, als ob ichüber solche, die anders denken, den Stab bräche. Dennselbstverständlich kann es mir nicht beifallen, in eigenerSache das Urteil sprechen zu wollen. Ich möchte nurauch meinen Standpunkt begreiflich machen.
Um dies zu erreichen, dürfte es am besten sein,von dem auszugehen, von dem auch ich ausgegangenbin und zu dem ich mich jetzt im Gegensätze befinde:von der sogenannten ldassischen Nationalökonomie.
Man versteht darunter die volkswirtschaftlicheTheorie vom Ende des achtzehnten und von der erstenHälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Sie wird sonicht bloß von jenen genannt, welche sie als nach-zuahmendes Muster verehren. Auch ihre Gegner pflegensie so zu bezeichnen. Der Grund der Benennung liegtnämlich in gewissen Eigentümlichkeiten, welche derklassischen Nationalökonomie mit den klassischen