Die klssische Nationalökonomie
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Richtungen auf anderen Gebieten menschlichen Schaffensgemein sind.
Da ist z. B. die klassische Bildhauerei. Bür die-selbe gilt es allgemein als charakteristisch, daß sie beiihren Darstellungen die individuellen Besonderheitenzugunsten des allgemein Menschlichen übersieht. Ausder Wirklichkeit sind wenige Züge herausgenommen;andere Züge dagegen sind fortgelassen. So ist ein ab-strakter Mensch geschaffen, ein Ideal, dem keine Wirk-lichkeit oder diese nur in seltenen Exemplaren ent-spricht. Daher fehlen bei den der klassischen Richtungzugehörigen Bildwerken jene Falten und Runzeln, inwelchen so viel von dem individuellen Geiste dereinzelnen zum Ausdruck gelangt, daß wir sie im Lebenohne dieselben gar nicht erkennen würden. Bei manchenBüsten und Statuen läßt sich überhaupt nur aus ge-wissen konventionellen Beigaben oder Stellungen er-raten, was damit gemeint sei. Und hat nicht diemoderne vervielfältigende Industrie vielfach durch Er-setzung dieser Zutaten durch andere mittelst derselbenFiguren die beliebigsten Gedanken plastisch darzusteilengesucht? An Stelle des wirklichen Menschen ist einabstrakter Mensch getreten, und gibt man der Figurmit der Schaufel statt dieser einen Geldbeutel in dieHand, so ist diese Abstraktion plötzlich ein Kaufmann,wie sie vordem ein Bauer gewesen ist.
Ebenso nun wie die klassische Bildhauerei hat dieklassische Nationalökonomie einen von allen Besonder-heiten des Berufes, der Klasse, der Nationalität undKulturstufe freien Menschen geschaffen. Auch sieunterscheidet nicht den Bauer vom Kaufmann, nichtdie Instinkte des ungebildeten Proletariers von denendes verfeinerten Kulturmenschen, geschweige denn diegroßen Verschiedenheiten innerhalb der arbeitendenKlasse selbst. Sie kennt keine Verschiedenheit der