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die Hallische Typographie bis aus die nächste Gegenwart thätig gewesen,und ob, trotz der verminderten Zahl der Ofsicinen, ihre Wirksamkeitnicht vielleicht eben so umfassend und erfolgreich, wie früher, sichdargestellt, das mag der Beurtheilung Anderer überlassen bleiben;hier sei nur zu sagen vergönnt, daß unsere Stadt nicht unrühmlicher,als ein Jahrhundert zuvor, an der Schwelle des Festes stehe, und daßsie auch für das althcrrliche Athen der Elbe, welches ja seinen Namenjetzt so eng mit dem von Halle verknüpft, eine Vertretung zu übenberechtigt erscheine.
Denn, wie einst von den Pressen Mittendergs aus daslautere Wort Gottes und die Schriften des Praeceptor Germaniaezuerst und zumeist an das Licht gefördert wurden, so schafft undwirkt jetzt hier in unerreichter Großartigkeit die Anstalt, welche dasBibelwort Luther's jährlich vieltausendfach in alle Welt verbreitet,und eben so gehen aus Hallischen Ofsicinen die Schriften Melanthon'sin umfassendster Sammlung, so wie die Blätter des ersten kritischenInstitutes Deutschlands und zahlreiche Werke des gelehrtesten Fleißeshervor; wobei auch die neuesten wichtigsten Erscheinungen im Gebieteder Kunst, Schnellpressen und Stereotypen, eine vielfache Anwen-dung finden.
So begrüßen denn auch wir mit Freudigkeit die vierteSäcular-Feier der unsterblichen Kunst Gutenberg's; einer Kunst,welche Martin Luther „sumnnirn et postremum Dei donum"