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für einen Meersburgischen Druck nahm, hauptsächlich wohl Ebert'sUrtheil für die schwäbische Stadt bestimmt haben mag.
Sollte jedoch auch diese letztere Vermuthung die richtige nichtseyn, so wird schon aus der nachfolgenden Untersuchung hervorgehen,daß Ebert bei seinem Votum für das schwäbische Meersburg überhaupt nicht nur ohne die gewohnte Kritik verfahren, sondernauch bei dieser Sache in Widerspruch mit sich selbst gerathen ist.
„haben, davon im geringsten nichts gedencke». Wiewohl ich auch gestehe,„daß dieser Beweiß an und vor sich, und allein genommen, nicht„sehr binde. 2. Das Stifft Merseburg hat, so viel man zur„Zeit Nachricht hat, nur ein eintzigeS Meß - oder Agenden-Buch drucken„laßen, welches zu Leipzig a. 1504 geschehen (s. Krcysig'S Hist.„Bibliothek von Ober-Sachsen i>. 494.). Darzu hat sich nur unlängst„noch eine» gefunden, a. 1501 ohne Benennung des OrtS gedruckt, welches„eigentlich vor das Srifft N aumbürg eingerichtet, es stehet aber dabey,„daß es auch vor daS Stifft Merseburg mit zu gebrauchen wäre (Mis-„Cale Niimburgcnse, qvod ctiam deserviet Ecclel'iae Merscburgcnsi.„1501. sol.). Run schließe ich also: Die Stiffrer Meißen und Nanin-„burg haben keine besondere Druckereien gehabt, und gleichwohl ihre Meß-„Bücher in ziemlicher ?lnzahl zu Mayntz, ?lugspurg, Basel und„Leipzig drucken laßen. Hätte nun da» Stifft Merseburg sich eine„besondere Druckerey gehalten, so solte man ja wohl meinen, eS würde„wohl vor allen Dingen dergleichen brauchbare Bücher der Preße anver-trauet haben. Da aber dieses nicht geschehen, so ist zu schließen, daß zu„Merseburg keine Druckern? gewesen."