««O 118 #->
3) Der Geburtsort des Druckers Lucas Brandis, die StadtDelitzsch, gehörte zu dem Bisthum Merseburg und liegtin nur geringer Entfernung (5 kleine Meilen) von der Stadtdes letzteren Stamms.
4) Sowohl hinsichtlich ihrer Größe, als ihrer sonstigen Bedeutungübertrifft die sächsische Stadt den schwäbischen Ort, derselbst in ersterer Beziehung der Stadt Delitzsch nachsteht,beträchtlich
. 11) So wenig bei einer Untersuchung, wie der vorliegenden. Beweis i Mittel,wie die sub 3) und 4) beigebrachten, an und für sich zulässig seyn können,so wichtig werden sie unter den besonderen hier obwaltenden Umständen.
Meersburg hatte allerdings von jeher eine Beste; die Residenz desBischofs von Constanz wurde aber erst im sechszehntcn Jahr-hundert dorthin verlegt, und an Umfang stand es wohl schon früher,wie »och jetzt der Fall, dem Städtchen Delitzsch, geschweige denn unseremsächsischen Merseburg, welches überdies fortwährend Sitz des Bischofswar, nach. Wie nahe liegt es nun, daß LucaS Brandis sich das letz-rere zum Aufenthalt wählen, und im Gegensatz zu seinem als oppidumbezeichneten Geburtsorte, die Metropole desselben mit den dieser zukommen-den Prädikate» uste und civitas begrüßen »lochte, was bei der schwä-bische» Stadt, wenigstens damals, wohl schwerlich der Fall gewesen seyndürfte. Sowohl Crusius als Gerbert nennen Meereburg anchnnr oi>i>i(lurn, und in Schedel's gleichzeitiger Chronik (vgl. Note 8.)wird wohl die sächsische „statt Merseburg" (so nach der deutschenAusgabe), keineswegs aber die schwäbisehe aufgeführt.