Druckschrift 
Die Spekulation in Goldminenwerten / S. Gumpel
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

legen und noch mehr hinzuzukaufen zum billigstenPreise? Zum Spekulieren gehört eben ein klarerKopf und jene heissbliitigen Spekulanten, die stetsim entscheidenden Momente versagen, sind es gerade,die den Spekulanten in den üblen Geruch eines Spielersbringen. Und doch giebt es keinen grösseren Unter-schied, als den zwischen einem Spieler und einemweisen Spekulanten. Wenn wir uns die täglichenKurslisten ansehen, so werden wir finden, dass unter100 Valeurs in der normalen Zeit ungefähr 75 täg-lich gewissen Schwankungen ausgesetzt sind, durchdie ein weiser Spekulant eben profitieren kann. Dochmuss man sich die Mühe nehmen, ein Papier, dasman sich zulegen will, auch vorher zu studieren. Esist unglaublich, aber wahr, der Durchschnittsspekulantweiss in den seltensten Fällen von seinem Papier mehr,als dass er es an dem und dem Tage zu dem und demKurse von dem ihm als vertrauenswürdig geschildertenBroker Z. gekauft hat und dass esgute Chancen habensoll. Solche Leute sind ebenSpieler und sie sind eswiederum, welche den Huf des Spekulanten in denAugen ihrer deutschen Zeitgenossen so schlecht machen.

Doch freuen wir uns, sagen zu können, dass dasauch langsam anders wird. Das Publikum folgt nichtmehr so ganz blindlings seinen unbekannten Londoner Ratgebern, wie vor Jahren und die goldenen Tagejener, oben einmal erwähntenMinenbanken etc. wer-den immer trüber. Stimmungszirkulare und Berichte,welche früher so gläubig und, weil von London kom-mend, beinahe mit Ehrfurcht aufgenommen wurden, ver-lieren mehr und mehr ihre Zugkraft und ernste Spekulan-ten haben längst aufgehört, solche philantropischeWasch-