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dene sein müssen; denn es ist doch ganz klar, dasses bedeutend mehr Zeit und Geld kosten wird, ausder vierten Mine das Gold herauszuholen, als ausder ersten. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, dassdie vierte Mine nicht ebensoviel oder sogar mehr Goldproduzieren kann als die erste, oder eine der anderen,welche weniger Betriebskosten und Zeit absorbierenwürden. Die Ader kann sich ja nach der Tiefe hinverbreitern und reicher werden. Viele Spekulantenwürden nun, wenn sie die Ergebnisse der ersten Mineerfahren, diese Kalkulation auch für die anderen dreiverwerten, jedoch geht es aus obiger Skizze klarhervor, dass eben jede Mine, trotzdem dieselbe Aderdurch sie läuft, ihre individuellen Ergebnisse habenmuss. Die Ader kann sich in der vierten Mine alsunrentabel für einen grossen Betrieb ausweisen undvice versa.
Ueber die Aufschliessungsarbeiten (Developments)wird der Aktionär aus recht erklärlichen Gründenfast immer im unklaren gelassen. Die meisten Be-richte werden ja mehr oder weniger den Wünschender Drahtzieher entsprechend, wie es der Londoner Börsenjargon nennt, „gecooked“, d. h. gekocht, des-halb ist es für den Laien äusserst schwierig, wenner nicht von Anfang an die Entwickelungsgeschichteseiner Mine verfolgt hat, etwas „faules“ zur rechtenZeit herauszufinden. So hört man z. B. oft, dassauf einer Besitzung eine Ader entdeckt worden ist,über deren Einzelheiten dann lange Berichte in del-phischer Form verfasst, sich über die Mächtigkeit undden bedeutenden Goldgehalt derselben auslassen. Mankann jedoch keinen genauen Bericht über die Be-