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Die Spekulation in Goldminenwerten / S. Gumpel
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als ein die Aufsicht führender Hat. Die Mehr-zahl, wohl mindestens zweidrittel der sogen.Direktoren, haben auch nicht die geringste Ahnungvon Minen und Minenleitungen, haben niemals inihrem Leben ein derartiges Unternehmen gesehen,und ein Blick auf die Liste wird uns überzeugen,dass die meisten auch noch nicht einmal das Prädi-kat eines Geschäftsmannes gemessen. Statt fünf vonsolchen mehr oder weniger betitelten Leuten würdeein Grossaktionär w r eit bessere Dienste leisten; dennein solcher, wenn er auch keinen Schimmer vomMinenwesen hat, würde doch keinen Stein unberührtlassen, um wirklich Gold graben zu lassen und sichKenntnisse anzueignen. Auch haben ja die meistendieser Direktoren absolut kein Interesse; denn dieAktien, welche sie besitzen, sind auch nur inwenigen Fällen von ihnen gekauft, geschweige dennbezahlt worden; sie erhalten honoris causa vondem Gründer ihr Scherflein von Aktien laut Statu-ten zugeteilt. Aktionäre sollten sich dafür interes-sieren, dass nicht derartige Summen an sog. Stroh-männer verschwendet werden, welche ohne jede prak-tische Gegenleistung ihr Geld aufessen. Das Publi-kum kann sich aber für dieses Aufsichtsrat-Proletariatund Schmarotzerunwesen bei sich selbst bedanken;denn solange eben ein Titel dem Verstände vorge-zogen wird, können und werden sich die Verhältnissenicht bessern. Wenn man sich die Listen derAufsichtsräte dieser Minengesellschaften ansieht,braucht man sich auch wirklich nicht über diesechronisch anhaltenden Skandale zu wundern, denn