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Die Spekulation in Goldminenwerten / S. Gumpel
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sehen, finanzpolitischen Berichterstattern in London ,deren Auslassungen skeptisch aufzunehmen wir unserenLesern raten möchten, denn Unparteilichkeit scheintfür diese eine unbekannte Qualität zu sein, alles gehtaufLiehen oder Hassen hinaus. Unkenntnis derDinge und der Menschen wird einfach mit Wortschwallwieder ausgeglichen, die goldene Mittelstrasse derrein unparteiischen Kritik scheint keiner betreten zuwollen, jeder scheint dem Prinzipe zu huldigen, durchkritisierende Redensarten den ehrlichen Mann heraus-zuspielen, ein Mittel, welches auf den oberflächlichenLeser niemals seine Wirkung versagt.BellendeHunde heissen nicht. Aber das Publikum solltewirklich verstehen lernen, dass nichts leichter ist,als gewisse Minenaktien zu loben oder zu tadeln.Die edle Seite des Journalismus besteht doch darin,durch absolute Thatsachen an der Hand von Daten undVorgängen den Leser in den Stand zu setzen, ihmin seinen Argumenten derartig zu folgen, dass ersich ein eigenes Urteil bilden kann. Aber nur mitwenigen Ausnahmen wird dies möglich sein; denndurch allgemeine phrasenreiche, drastische Bemer-kungen wird dem Leser nur der klare Blick ver-dunkelt. In den meisten Fällen aber kann man ver-sichert sein, dass dem Schreiber eine sachliche Dar-stellung ganz unmöglich ist, weil er selbst von denbeschriebenen Dingen nichts versteht und sich erstaus anderen Organen Material zusammensuchen muss,wenn er nicht gar schon vorher bevorurteilt wordenist. Es gibt nur zwei Klassen von Finanzjournalistenin der City of London, nämlich diejenigen, welche