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inan fürchtet, und diejenigen, welche man verachtet.Aut nihil, aut Caesar. Auf die ersten weniger Aus-gewählten passt der Ausdruck: „Es soll der Sängermit dem König gehen“, und sie rangieren auchthatsächlich mit den Königen der Einanz und derBörse, die anderen rechnet man zu den „l’arias“der City. Wie in der Litteratur, so gieht es auch inder Einanzjournalistik keine Mittelklasse. l)enn so-lange man geniale Erfindungs- und Nachahmungs-gabe talentvoller unparteiischer Darstellung vor-zieht, wird man von einem gediegenen Mittelständekaum reden können. Mit der Presse und namentlichmit Bezug auf den finanziellen Teil ist es wie heieinem schönen Mädchen, welches einen Eehler be-gangen hat. Jeder schimpft, aber keiner hasst. BeimWiedererscheinen derselben verstummen selbst diegrössten Schreier und alles ist vergeben und ver-gessen, und es wird lustig weitergesündigt.
Ebenso wollen wir unsere Leser auch vor sogen.Zeitungs-„Tips“ warnen. Wenn man von einemsolchen Eingerzeige mit Bezug auf den Kauf einerMinenaktie Gebrauch macht, so merkt man bald, dassdieser Tip ein sehr gut bezahlter sein musste, denndas Empfohlene w r ar einfach „Schwindel“. Es giebtgewiss nur wenig Leute, welche sich von diesemKrebsschaden des Handels in Minenaktien einen rechtenBegriff machen können, denn es ist geradezu alswunderbar zu bezeichnen, einen wie grossen Einflussein Zeitungsartikel auf die Einbildungskraft der Leserauszuüben vermag. Der finanzielle Teil einer Zeitungbleibt eben noch immer das Ideal eines ungestraften