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Die Spekulation in Goldminenwerten / S. Gumpel
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Privilegiums für Schurken. Man ist immer noch derAnsicht, dass das, was gedruckt ist, doch mehr oderweniger wahr sein müsse, und es ist deshalb wohlkaum zu verwundern, dass beinahe täglich in derPinanzpresse schlechte Minen als gute chancenreicheUnternehmungen in den superlativsten Phrasen be-zeichnet werden. Der Herausgeber der Zeitung hatdann sehr wahrscheinlich gerade eine fette Annonceoder eine Option auf ein Paket solcher Aktien em-pfangen. Wirklich gute Minenaktien bedürfen keinerderartigen Reklame, selbe empfehlen sich schon vonselbst, denn die Börse ist doch der Platz, wo An-gebot und Nachfrage den Kurs regulieren. Nichtunerwähnt wollen wir bei dieser Gelegenheit lassen,dass sich seit den Pressenthüllungen des London - undGlobe-Kraches die Verhältnisse in der Tagesfinanz-presse etwas gebessert haben, aber, alles in allem,ist dieser Teil der Presse keineswegs besser als seinRuf, und wir glauben, dass niemand, soweit statisti-sches Material in Betracht kommt, von der Lektüredieser Blätter profitieren kann oder wird.

Wir wollen jetzt noch kurz die Prämien- oderOptionsgeschäfte besprechen; denn diese Kategorievon Geschäften sind doch noch mehr oder wenigereine unbekannte Quantität, ein Geschäft, welcheskein Mensch, ausgenommen der professionelle Speku-lant, versteht, und da für viele unserer Leser sehrwahrscheinlich eine derartige Transaktion und diemitsprechenden Chancen mehr oder weniger noch fremdsind, so wollen wir durch ein konkretes Beispiel dieshier demonstrieren. Es giebt Makler an der Börse,