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Die Spekulation in Goldminenwerten / S. Gumpel
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des einen Schaden ist des andern Gewinn. In deinewigen Kampfe der Baissiers und Haussiers giebt eskeinen Waffenstillstand, keine Konzessionen:Nichtsvon Verträgen, nichts von Uebergabe.

Wenn nun ein Novize mit seinen schwachenWaffen und Armen die Arena betritt, wird er baldvon den professionellen Kämpfern, den Insidern, ent-waffnet. Heine bezeichnet« einmal die Börse alseinen Tempel der Furcht; in dessen Hallen manimmer um so ängstlicher zittert, je stürmischer derHut ist, der draussen tobt.

Je mehr Zeit jedoch die Magnaten damit ver-gehen lassen, eine intensive Aufwärtsbewegung her-vorzurufen (von einem Boom wollen wir garniclitreden), desto schwieriger wird es sein, das Publikumheranzuziehen. Einerseits deshalb, weil das Publikum,des langen Wartens müde, überhaupt nicht mehrdaran glauben wird, und anderseits, weil es mit jedemTage hinzulernt und immer mehr über das pro undcontra der Goldminenspekulation aufgeklärt ivird.Im Jahre 1895 war doch alles im Vergleiche zu heutenoch einnon ignorabimus. Dieser Krieg, die vieleninzwischen entstandenen Verluste, die letztjährigeEnttäuschung mit Bezug auf den Friedensboom undlast not least dieser infame Londoner Minenaktien-schwindel seitens der Outsidebroker-Cirkularrittermachen es heute recht schwierig, die schlummerndenFunken der Spekulationslust zu einem loderndenFeuer zu entflammen. Wenn aber erst das Feuereinmal brennt, d. h. die Kurse beständig in die Höhegehen, dann wird jeder geblendet und alles läuftund kauft hinzu oder bildlich gesprochen, alles will