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Lidice : Roman
Entstehung
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che ueber ihre Tracht dunkel ist. Die anderen Leute,Bauern, Gewerbetreibende, Handwerker, bewohnen dieangrenzenden Haeuser oder naechsten Gehoefte. Jede Grup-pe hat spannende Neuigkeiten zu besprechen, ohne dassjemand seine Erregung hervorkehrt.

Jenseits dieser kleinen Ansammlung von Trachten undGesichtern, ueber den bluehenden Bueschen, keimendenObstbaeumen, Vorvaeter-^Behausungen im Gruenen, er-hebt sich die Landschaft. Vom Dorf aus links erscheintdroben die kahle schwarze Platte der Kohlengruben, dieaufgereihten Arbeiterhaeuser haben dort den grellsten An-strich, je rauchiger die Luft, die sie umgibt. Hinter demletzten Rauch, nicht weniger dunkel als er, verschwimmtder Umriss eines Waldes.

Aus der Gegend der Linde sind Wege gesenkt nachdem Tal und seinen Fruchtfeldern. Drueben, rechts desDorfes, wird der Blick begrenzt von heiteren Huegeln,die wohlhabenden Villen lehnen an ihnen. Der Himmelist nach dieser Richtung hoch und mildblau. Freie Zwi-schenraeume der Landschaft zeigen weithin kurze Streckender Fahrstrasse.

Dies ist eine kleine Welt, wie sie dastand, bevor sieunterging, ein boehmisches Dorf, Abriss tschechischen Le-bens, aller Arbeit und Muehe der vielen Geschlechter unddieses letzten. Es enthaelt die menschlichen Leidenschaf-ten, dazu den einheimischen Witz. Ihm fehlen so wenigdie Narren wie die Nachdenklichen und Belasteten, werwaere nicht belastet, wo der Feind im Land ueber jedeeurer Regungen wacht! Kein Schmerz, kein Glueck istabwesend von Lidice .

Nicht zu vergessen, die Verliebten. Zwei von ihnenerheben die Koepfe ueber die sanfte Talsenkung. Jetzttauchen sie in ganzer Gestalt bei der Linde auf.

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