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Lidice : Roman
Entstehung
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Ungluecksfall der Deutschen , indessen sind diese in derUebermacht, gewiss zweihundert Deutsche und nur einHund, da kann es am Endsieg nicht fehlen.

/ Ob sie reden oder nicht, sie haben kaum zu befuerch-

ten, dass der Protektor oder sein Gefolge ihre Spracheverstehen. Eher wird ein Lachen verstanden, und eine hatgelacht.

Lyda spielt mit den kleinen blonden Kindern: Schaudich nicht um, der Wolf geht uml

Hier hat sie den Protektor noch gar nicht gesehen, ersitzt in seinem geschlossenen Wagen, vom Fenster vorsich-tig zurueckgezogen. Als das Lachen aufklingt, vergisst erdie Grundsaetze eines Chefs, der sich nicht aussetzen darf,er neigt sich aus dem Fenster, er erblickt den lachendenMund eines Maedchens. Lyda schliesst ihn sofort. Sie laeuftdavon, mit den Kindern an ihren Haenden laeuft sie umden Teich. Die Kinder schreien, nur weil sie laufen.

Lyda:Seid still, der Wolf!

Die Kinder verlangen, ihn zu sehen:Wo ist der Wolf?Zeig ihn uns! Ihre Neugier unterliegt Zweifeln, lieberwuerden sie sich verstecken, wie vorher der Hund.

Lyda ist sehr ernst geworden, der kurze Anblick, dersie ueberraschte, war furchtbar. Mehr koennte sie hierzunicht sagen.

Reinhard Heydrich , Protektor von Boehmen-Maehren,sieht furchtbar aus, ob von Natur oder weil es seine Waffeist, wer weiss ueber ihn Bescheid. Lyda nicht. Die Ande-ren in Lidice , wenn er nachher seinen Wagen verlaesstund sein Gesicht zeigt, werden auch nur staunen und er-schrecken, wie es ihre Schuldigkeit ist.

Bis jetzt hat allein sein Adjudant Oberst Schalk, denWagen verlassen, er steht neben dem anderen Fenster,durch das Heydrich noch nicht ausgeblickt hat, und mel-det ihm die Vorgaenge, wie sie eintreten.

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