Druckschrift 
Lidice : Roman
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

allein nachmacht. Mir missfaellt dieses Dorf, wie heisstes.

Der Geheime greift endlich durch. Da ohnedies alleHeil Hitler gerufen haben, fragt er nicht erst, er laesst dieSS Maenner zusammen mit der motorisierten Mannschaftjeden achten Eingeborenen niederschlagen. Die SS strek-ken ihre Erwaehlten gewissenhaft hin, die jungen Soldatenhaben Gesichter zwischen Wut und Lachen, ihre Schlaegesind selten nachhaltig.

Heydrich, betrachtet den Vorgang, er murmelt: "Mir istganz so, als waere unser Besuch kein Erfolg gewesen. Je-denfalls habe ich genug von diesem. Laut, fuer OberstSchalk:Wie heisst das Dorf?"

Oberst Schalk: "Lidice."

Heydrich , im Begriff seinen Wagen zu besteigen, er-hebt drohend die Stimme:Lidice sieht mich nicht sobaldwieder.

Seine Stimme noch einmal:Lidice sieht mich baldwieder.

Heydrich , faehrt zurueck, er war nicht mehr vorberei-tet. Er wird ganz leise:Ihr Echo, Oberst Schalk. Es kannWorte weglassen.

Oberst Schalk, sorgenvoll:Hier scheint wirklich eineUntersuchung geboten. Er winkt den Geheimen herbei.

Heydrich : "Ich will nichts wissen. Meine Befehle, Gei-seln betreffend, sind aufgehoben. Nur fort! Hier gibt esGeheimnisse, die mir kein Glueck bringen.

Oberst Schalk und der Geheime tauschen einen Blick,er bedeutet: dies laesst man gut sein. Unsere grossen Her-ren sind aberglaeubisch.

Heydrich sitzt schon, Oberst Schalk steigt zu ihm einund befiehlt abzufahren, sobald es geht. Im Weg sind dieSoldaten, mit den Niedergeschlagenen, die sie beiseite tra-gen, aber die Niedergeschlagenen erschweren es ihnen nach

26