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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
47
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mich erschuettert. Meine ganze Erschuetterung sahen Sienicht!

Professor Napil, senkt die Stirn:Wir werden uns nieWiedersehn. Wir achteten einander.

Neurath geleitet ihn nach dem Ausgang hinter derBibliothek, sie ist zu einem grossen Teil schon in Kistenverpackt.

Professor Napil, reicht zum Abschied die Hand.

Neurath, nimmt sie noch nicht:Was ich fuer euchtun kann, ist euch zu warnen. Alle eure Intellektuellen moe-gen sich hueten, auf sie ist es abgesehen."

Professor Napil:Ich versichere-.

Neurath:Ersparen Sie sich die Unwahrheit, sie istunserer nicht wuerdig. Auf die Stunde, eure Waffen auszu-graben, wartet dieses ganze Volk, den Intellektuellen abergehoert sein Vertrauen. Die Tschechen legen zuviel Wertauf das Wissen eine unzeitgemaesse Nation, mit ihrenDenkern, die gezaehlt, gezeichnet sind und auf Todeslistenstehen.

Professor Napil:Der uns raechen soll, ist vielleichtauch schon vom Schicksal ernannt.

Neurath:Warum denn sterben? Gewoehnt eurem Volkdie Ehrfurcht ab! Macht euch ihm veraechtlich, verratetes! Das ist die einzige Wohltat, die ihr ihm erweisenkoennt.

Professor Napil:Wie bitter muessen Sie scheiden! Ichgehe getrost durch meine dunkle Tuer. Welcher unbekann-te Wagehals tritt statt meiner herein?

Sie geben einander die Hand.

9

Neurath, wieder in seinem Arbeitszimmer. Er sieht sich