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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
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Doktor Holar: Die Pruefungen, die uns heute zugemu-tet werden, machen aus uns, ich weiss nicht was. Erwach-te ich morgen mit einem fremden Gesicht, mich sollte esnicht wundern.

Jaroslav, erschrickt:Fremdes Gesicht!

Pavel:Aus mir wird nichts, ich habe noch nicht ein-mal das Staatsexamen.

Jaroslav:Nur die Deutschen muessen fort und dubestehst es.

Der Barbier:Wer fort muss, das hab ich in meinemLaden gehoert, heute nach dem hohen Besuch. 27 Kundensagten mirs 2 7 mal, genau gezaehlt."

Der Schneider:Schoen was von staatsverraeterischerGesinnung wirst du in deinem Laden gehoert haben.

Der Barbier:Genug fuer 27 mal 27 Jahre Konzen-trationslager und zwangsweise Verschickung nach deut-schen Waffenfabriken.

MehrerePst!

Ein Bergarbeiter:Immer beim Barbier, dort oeffnetman das Maul.

Ein anderer:Weil sie das Gesicht voll Seife und dieAugen geschlossen haben, glauben sie, man hoerts nicht.

Der dritte:Hier dagegen achtet jeder auf den an-deren.

Der vierte:Vor allem wir.

Der fuenfte:Muessen wir nicht? Von uns Bergarbei-tern sind viele verschleppt und Fremde haben wir bekom-men, die passen auf.

Der erste:Obwohl sie selbst keine echten Deutschensind.

Franticek Eger rueckt nahe zu ihnen:Hat heut amMorgen keiner von euch eine Handgranate gehabt?

Der fuenfte Bergarbeiter:Sieh in meinen Taschennach!

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