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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
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zukommen: "Ich soll ein Verraeter sein, ich? Ein Deutsch-boehme bin ich.

Der Schneider:Er sagt es selbst.

Franticek Eger:Wir Deutschboehmen haben es vondem Feind ganz anders erfahren. Uns betruegt man nichtzum zweiten Mal. Jetzt, da hockt er, wartet nur auf meinlanges Messer.

Er hat einen Arm frei und scheint mit der erhobenenFaust ein eingebildetes Messer zu schwingen.

Der Schreiner:Wo ist dein langes Messer? LangeOhren hast du boeser Bube, und bist ein Spitzel.

Der Barbier ruft den Lehrer an:Nicht loslassen, HerrMancal! Ihr Bruder der Kaplan moecht' um die verloreneSeele beten, aber festhalten taet er ihn.

Der Lehrer:Er wird schon matt.

Einige lachen erleichtert.

Pavel:Das Verhoer ist fuer heute beendet. Abfueh-ren, den Angeklagten!

Das Gelaechter greift um sich.

Pavel, laesst die Maske fallen:Wenn ihr lacht, warsschlecht. Nicht furchtbar genug.

Doktor Holar:Zu furchtbar, Kollege Ondracek. Dasglaubt man Ihnen nicht.

Jaroslav:Er ist kein Schauspieler.

Pavel, nachdenklich:Aber der Heydrich ist ein Schau-spieler, deshalb sollte man ihn kopieren koennen.

Franticek Eger, setzt sich auf seinen vereinsamten Platzunweit der Tuer: "Ich hab es ihm geglaubt. Der Klugebin ich allein, und der Protektor ist dieser. Er haelt dieKellnerin am Kleid zurueck:Weisst du schon, Maedchen,der Herr Protektor beehrt uns heute das zweite Mal, ergibt sich fuer den Pavel Ondracek aus.

Die Kellnerin:Schoen gibt er sich aus. Du machst unsweiss, du waerst der Franticek Eger.

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