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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
132
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Oder ich mache Sie stumm. Er kichert:Lidice hat esIhnen angetan. Wohl der Braeutigam?

Der zweite:Der ist wirklich daemlich. Andere stel-len sich daemlich, er ist es. Ausserdem blond, daher un-geeignet den Protektor vorzutaeuschen.

Der erste:Gewiss leugnen Sie, dass der Protektor blon-de Haare hat.

Der zweite:Angesichts des Todes leugne ich es."

Der erste:Und der Fuehrer?

Der zweite:ln den Achseln ist er blond, wie jederweiss. Heil Hitler!

Der erste:Heil Hitler ! Wir Deutsche sind blond. DieTschechen leider auch. Dieses Dorf zeigt ein paar Aus-nahmen. Ich habs! Den Kaplan meinen Sie, Zu albern,wegen der schwarzen Tolle.

Der zweite:Die Stimme! Sie fiel mir doch vorher auf.Die metallene Stimme, man kennt sie.

Der erste:Den Kaplan nehm ich mir vor! Ihre Vor-aussetzung ist natuerlich unhaltbar, den Schwindler, denSie meinen, hat es nie gegeben. Aber das Geruecht mussim Keim erstickt werden.

Der zweite:Lassen Sie ihn auf die Bibel schwoeren!

Der erste:Den Kaplan? Das ist sein Handwerkszeug,Davon wird er noch lange kein Wahrheitsfanatiker, dersich um den Kopf redet.

Der zweite: "Diese Tschechen sind hinter uns Deut-schen zurueck, sie sind glaeubige Christen geblieben. Oderwenn nicht glaeubig, dann intellektuell. In beiden Faellenist man der Gefangene seines Wortes, und hat Gewissen.Uns hat der Fuehrer erzogen. Wir sind frei von allem,was wir gesagt und beschworen haben.

Der erste:Mich bindet kein Vertrag. Mehr haben Siemir nicht mitzuteilen, Ziegensack? Dann Schluss! Er er-schiesst ihn.

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