Pavel tritt aus dem vorderen Tor des Durchhauses. DieOrdonnanz, noch immer mit dem Ruecken gegen den Wa-genschlag, reisst ihn auf. Pavel befiehlt: “Nach der Burg.”
Pavel, solange die Ordonnanz die Tuer in der Handhat: "War hier alles in Ordnung, Geheimrat Blumentopf?”
Keine Antwort. Die Fahrt vergeht mit Schweigen. Sieist nahe am Ziel.
Geheimrat Blumentopf, ploetzlich normal: “Soeben dieWassergasse, schon die Burg, Excellenz haben Eile.”
Pavel: “Allerdings. Sie haetten sich wer weiss wo auf-gehalten. Ich habe Geschaefte.”
Geheimrat Blumentopf: “Morgen vor Sonnenaufgangfindet die grosse Hinrichtung statt. Fuenfzig.”
Pavel: “Der Einundfuenfzigste ist gefunden.”
Geheimrat Blumentopf: “Wokurka!”
Pavel: “Ich hoere immer Blumentopf. Ihre beispielloseTreue allein wird meine Taeuschung berichtigen.”
Geheimrat Blumentopf: “Die Treue ist das Mark derEhre.”
Anfahrt im Burghof. Die Wache tritt ins Gewehr, derOffizier stuerzt herbei.
Pavel: “Sturmbannfuehrer Jellinek!”
Der Sturmbannfuehrer: “Zu Befehl, Excellenz.”
Pavel: “Gestern war ich gegen Sie unfreundlich.”
Der Sturmbannfuehrer: “Kassiert, eingesperrt, Hunger-kur und Umschulungslager, melde gehorsamst. Aus Man-gel an Offizieren mach’ ich vorlaeufig Dienst."
Der Sturmbannfuehrer, verstaendnislos, aber begeistert:
Pavel: “Ihre Strafen sind aufgehoben,-obwohl Stra-
fen nicht verdient sein muessen. Sie sind immer verdient.”
Zu Befehl. Untertaenigsten Dank. Heil Hitler!”