Heydrich, schroff abgewendet: “Der luegt auch. Alleverschworen, aerger als Padesat.”
Milo Schatzova, auf der Hoehe einer strahlenden Schluss-Apotheose, unter Bluetenregen und Harfenklang, versuchtHeydrich anzulaecheln. Sie singt ihm wonnevoll in dasnahe Angesicht.
Sein Gesicht bringt es fertig, sie noch zu erschrecken.Sie sieht ihn leiden, wbs sonst zu seiner Furchtbarkeit ge-fehlt hatte.
Milo Schatzova, ohne die Stimme zu daempfen, fuerihren Partner Wokurka: “Der boese Narr, an fuenfzig Mor-den hat nicht genug, wen traegt er jetzt im Sinn?”
Der Komiker Wokurka: “Gern betrachtete er dich zaert-lich. Hat es nie gelernt, armer Hund. Ich werde ihm Pri-vat-Unterricht geben im Mienenspiel.”
Beide beteiligen sich von neuem an dem Finale, Stim-men und Instrumente rauschen glaenzend auf.
Der Vorhang beginnt zu fallen. Bevor die Gardine zuweit herunter ist, kann Heydrich feststellen, dass MiloSchatzova ihren nackten Ruecken an die Hand Wokurkasstuetzt.
Beifall, der Vorhang hebt sich, da steht Milo Schatzo-va wieder auf eigenen Fuessen, nicht von Wokurka ge-tragen, sondern durch die Macht der Schoenheit ueber dieseWelt erhoeht.
Heydrich windet sich unter dem Anblick, er stoehnt:
Ich hasse die Person.”
Hauptmann Krach, versucht es mit ihm: “Melde Ex-cellenz, gehorsamst-.”
Heydrich: “Schnauze!” Er will in seine Qual versun-ken bleiben.
Hauptmann Krach horcht auf die Reden der naech-sten Loge, waehrend das unstillbare Verlangen des Publi-
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