— aber das, das ist zuviel.” Sie erhebt den Arm, strecktden Zeigefinger gegen die Tuer: "Hinaus!"
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Heydrich wuerde dem Befehl vielleicht folgen, wenner ihm nicht in die Beine gefahren waere. Sein Ausdruckist der eines Ueberfallenen, Abgestraften.
Hauptmann Krach, hinter ihm, ringt die Haende.
Der Vorhang der benachbarten Garderobe wird auf-gehoben, es erscheint der Komiker Wokurka.
Der Komiker Wokurka: “Entschuldigen die grossmaech-tigen Herrschaften meine geringe Anwesenheit.” Vernei-gung und Kratzfuss vor Heydrich : “Ich bin nur der Wo-kurka.”
Heydrich, Versuch sich aufzulehnen, der weinerlich aus-faellt: “Das genuegt. Eine Unverschaemtheit.”
Wokurka, durchdrungen von dieser Wahrheit, bereitsie gegen alle und jeden zu verfechten: “Das ist dasWort, eine Unverschaemtheit, oder es haette noch nieeine Unverschaemtheit gegeben. Ich bitt’ mir aus, ja aus-bitten, dies betone ich, muss ich mir, dass es meine groess-te Unverschaemtheit ist.”
Milo Schatzova: “Lass deine Spaesse, hier ist nichtder Ort.”
Wokurka: “Mir musst du das sagen? Eine gefeierteKuenstlerin, in ihrer Garderobe. Sollt’ ich spassen? Vordem Angesicht des hoechsten Herrn, der mir je unterge-kommen ist, sollt ich Spassetln einlegen?” Den Finger ge-gen den Fussboden gestreckt, gebieterisch: “Ich behaupte,dass ich unverschaemt bin. Gespassig mag sein, wer Lusthat, ich nicht, ich, der Wokurkas justament nicht.”
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