Die halbe Stunde Leben verdankt der gewissenlose Menschnur mir; kann ich dafuer, dass er kein Reisegeld hatte?”
Milo Schatzova: “Was hat das mit mir zu tun?”
Wokurka: “Denke Dir, Milo, du waerst die BaronessVetsera. Der hochselige Kronprinz Rudolf will dich undsich selbst erschiessen, ein Liebestod. Rechtzeitig betreteich die Buehne, — aus, der Liebestod; du waerest jetztnoch am Leben.”
Milo Schatzova: “Und du achtzig Jahre alt.”
Heydrich duester: “Er ist keine vierzig.”
Milo Schatzova: “Der Auftritt meines Kameraden Wo-kurka hat seinen Zweck erfuellt, ich bin ruhiger.” Fuer Wo-kurka: “Du kannst abgehen.”
Wokurka, zieht sich bis in den Vorhang zurueck, abernicht weiter. Er macht seinen schmollenden Mund, oeffnetangestrengt die blassen Augen und bleibt aufmerksam.
Milo Schatzova, kommt in die Mitte: “Wir koennenvon etwas anderem reden, wenn Eure Excellenz vergessenwill, was Sie mir am Anfang der Szene zu eroeffnen ge-dachte.”
Heydrich, macht sich von der Wand los, betrachtet dasTelegramm: “Das kann nicht Ihr Ernst sein.”
Milo Schatzova: “Ich weiss, was ich tue.”
Heydrich : “Sie haben nicht ueberlegt, dass Sie einenGnadenbeweis des Fuehrers erhalten haben, den ausser-ordentlichsten, den er einer Tschechin geben konnte. Siesind eine Deutsche ehrenhalber.”
Milo Schatzova: “Unehrenhalber. Ich lehne ab.”
Heydrich : “Der Fuehrer befiehlt, Milo, dir — und mir.”Er beschwoert sie, verhalten, von Gesicht zu Gesicht.
Milo Schatzova: “Umso schlimmer fuer Sie. Ich lehneab.”
Heydrich, kaempft mit dem Ausbruch, der bevorsteht.Er wirft den Arm in die Luft.
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