Druckschrift 
Lidice : Roman
Entstehung
Seite
262
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Hauptmann Krach hat Heydrich aus dem Tor des Burg-hofes geleitet. Sie sind verschwunden, ohne jedes Auf-sehen, ausgenommen nur Geheimrat Blumentopf.

Alle anderen, moeglichen Zuschauer werden abgelenktdurch das kraftvolle, keineswegs geraeuschlose Vorgehendes Sturmbannfuehrers. Er laesst die grosse Mitte des Plat-zes von Zivilisten raeumen. In Front des Gebaeudes, Au-gen geradeaus auf den Protektor, empfangen die Solda-ten seine Ansprache, wobei einigen der Mund aufgeht undoffenbleibt.

Aus Mangel an Mannschaft ist das Militaer lueckenhaftverteilt. Im Verlauf der Rede dringen die vertriebenenZivilisten dazwischen ein. Hierbei kommt es von selbst,dass Herren und Schutzvoelker sich, als ob nichts waere,unter einander mischen.

Die Arbeiter ihrerseits finden es, je weiter Pavel imText geht, umso zulaessiger, die ersten Plaetze zu beset-zen, noch vor dem Militaer, gleich unter den Knieen desRedners.

Er nimmt die hoechste Stufe des Portals ein. Abermit der metallenen Stimme des Protektors beherrscht erdiese angesammelte Auswahl menschlicher Arten. Man trautihm soviel Gehoer als Stimme zu; die ausgetauschten Be-merkungen fallen gedaempft, unterdrueckt wird sogar dasbegreifliche Erstaunen.

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Pavel, der schon sprach, als die eifervolle Taetigkeitdes Sturmbannfuehrer ihn haette stoeren koennen abernicht stoerte, faehrt fort:Angehoerige des Protektorats!Ich bin euer Protektor, damit ich euer Leben schuetze.Noch soeben sähet ihr, dass es um euch, wer ihr auchseid, geschehen war.