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Der General: “Kamerad Ivo, du erfindest mir eine Le-gende.”
Der Adjudant: “Die Legende erfindet niemand, sie istda, weil wir alle da sind, die dreihunderttausend Kaempferim Lande haben alle dieselbe Herkunft.” *
Der General: “Welche?”
Der Adjudant: “Dich.”
Der General: “Glaubst du wohl, dass mir’s zu hoerenmanchmal nottut? Besonders, wenn wieder ein Dorf brennt.”
Der Adjudant: “Nach allem, was dieser Feind vernich-tet hat, bevor du antratest, fuehlst du noch heute mit einemkleinem Dorf. Da ist der Ursprung unserer Siege.”
Der General: “Siege — sind es, wenn wir einer feind-lichen Besatzungsarmee ihren ganzen Generalstab toeten,wenn wir die Hauptstadt dieser schwarzen Berge mit einemHandstreich nehmen, wenn wir Triest und Fiume erschrek-ken, den grossmaechtigen Feind zu Verhandlungen noe-tigen. Der Sieg aber, Der Sieg in ganzer Gestalt — .”
Der Adjudant, da der General schweigt: “Der ganzeSieg hat Raum in einem Tag wie heute.”
Der General: “Der Feind herrscht auf den Truemmerndieses Landes, das er nicht erniedrigen kann. Uebrigensmisstraut er der Minderheit von Verraetern, so tief sie ge-sunken sind, in Belgrad und jeder besetzten Hauptstadtdes Erdteils. Er verlaesst sich noch weniger auf die fal-schen Besiegten, die ueberall ihre Stunde erwarten. Mitder Roten Armee, unseren Bruedern, weiss er, woran erist. Sie kaempft, er kann ihr seine Millionen zum Abschlach-ten vorwerfen.”
Der Adjudant: “Ich verstehe. Er fuerchtet die kuenf-tigen Sieger. Aber vor den Besiegten hat er Angst.”
Der General: “Wie vor diesem Berg. Er erklimmt den
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