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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
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sporadische Auswanderung von Angehörigen europäischer Kultur-völker vorab in die menschenleeren Wälder und Prairieen Amerikas an unzählbaren Niederlassungsplätzen sich ein vereinsamtes Kolonisten-Leben einstellte, welches Männern mit einem klaren Bewustsein vonhochentwickelter Kultur den Zustand der Eigenproduktion fast inseinem vollen Umfang wieder aufnötigte. Denn in diesen aufOkkupation vonGaben der Natur, auf Bodenbearbeitung undViehzucht angewiesenen Einzelnhaushaltungen konnte man auch nurverbrauchen, was man sich selbst beschalfte, und suchte man nurzu beschaffen, was man selbst gebrauchte. Die Gleichmäßigkeit derLebensverhältnisse auf den spärlichen Ansiedelungen weit entfernterNachbarn ermöglichte wohl nötigsten Falles eine gegenseitige Aus-hilfe bei großer Heimsuchung des Einzelnen durch ein besonderesMisgeschick, ließ dagegen Bedürfnis und Absicht eines geregelten,dauernden Verkehres durch beiderseitige Übertragung verschieden-artiger Güter zunächst nicht aufkommen.

Es ist also schon ein zweites besonderes Stadium menschlichenWirtschaftslebens beschritten, wenn an Stelle derEigenproduktions-ZuständeTauschverkehr zwischen verselbständigten Haushal-tungen durch ein beiderseitiges (entgeltliches) Geben und Empfan-gen verschiedenartiger Güter (Waaren gegen Waaren) sich ein-stellt und verbreitet. Dem Geber muss, was er überliefert, quanti-tativ überschüssig oder der Art nach nicht brauchlich sein und derEmpfänger besitzt nicht, was er gebrauchen kann. Es beginnt einZustand derVergesellschaftung, in welchen der eine Wirtschafterfür den Gebrauchsbedarf des andern tlüitig wird, um seinen eigenenGebrauchsbedarf durch die Thätigkeit Anderer befriedigen zu lassen.Nur eben derAndere muss diese Befriedigung bewerkstelligenkönnen oder beschafft sie besser und leichter sonst würde jadas begehrte Ziel beiderseits auf einem bloßen Umweg aufgesucht.Aber freilich zeigen ja auch die Arbeitskräfte der Menschen, wiedie Darbietungen der Natur so vielgestaltige und starke Verschieden-heiten, dass man den äußeren Zwang zur produktions- und arbeits-teiligen Vergesellschaftung der Menschen nicht abwehren kann, wennirgend eine weiterführende Entwicklung des Wachstums der Be-völkerung und ihrer Kultur, ihrer Arbeitsthätigkeit und ihres Besitz-