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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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Verwendung der edlen Metalle als Geldgut wenn auch nicht über-haupt erst hinzugekommen, so doch in hohem Grade gewachsen ist.Wir müssen andererseits sogar großes Gewicht darauf legen, dassdie Edelmetallvorräte sich nicht bezüglich ihres Umfanges den sovermehrten Ansprüchen versagen und haben desshalb die großeWiderstandskraft von Gold und Silber und zumal der passendle-girten Edelmetallstücke wie gegenmechanische Angriffe so gegendie Angriffe desZahnes der Zeit, der atmosphärischen Luft undanderer chemischer Agentien besonders anzuerkennen. Von wievielen Stellen aus kommt man sodann zur Wahrnehmung der That-sache, dass mit der Entwicklung des Kulturlebens das Bedürfnisund die Befähigung der Menschen zu vorschreitend feinerer undexakter Bemessung quantitativer Unterschiede wie in theoretischenForschungen, so in den alltäglichen Vorkommnissen des praktischenLebens sich einstellt. Die Bezeichnung der Größenunterschiedc inder Ausdrucksweise desmetrischen Systems kann jederzeit daranmahnen, dass wir auf die Bemessung auch der minimalsten Größen-unterschiede grundsätzlich nicht verzichten, mag es sich nun umeine Angabe der Menge von Einzelstücken oder der Flächenausdeh-nung, des Abstandes im Raume oder in der Zeit, des Volumensoder des Gewichtes handeln. So stellt sich denn auch ein wach-sendes Bedürfnis nach genauer Bemessung von Größenunterschiedenim Werte der wirtschaftlichen Güter ein. Diese aber sollen inGrößenunterschieden des als Geld gebrauchten Gutes einen ent-sprechenden Ausdruck finden. Es konnte dann zunächst ein mis-liches Hemmnis darin belegen sein, dass auch in dem als Geldgutgebrauchten Gegenstand selbst Größenunterschiede in der Güte, inderQualität, wahrzunehmen und abzuwägen wären, wie diesesoffenbar auch mit dem Heerdenvieh der Fall ist, indem es jaPferde u. s. w. von sehr verschiedener Güte giebt. Bezüglich deredlen Metalle aber kann von diesem Hemmnis keine Rede sein; siegehören so viel wir bis dahin wissen zu denelementarenKörpern; jedes Stück reinen Goldes oder Silbers hat ganz dieselbenstofflichen Eigenschaften, an welcher Stelle der Erde es auch ge-funden sein mag, und für keines ist noch ein besonderer Wertseiner Form (außer seinem Stoffwert) zu beachten. Hiezu kommtKnies, Das Geld. II. Aufl. 2