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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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Edelmetalle, welche vor wenigen Jahren A. Soetbeer (vergl.ZurStatistik der Edelmetalle in den Jahren 18761880 in ConradsJahrbüchern fiir Nationalökonomie und Statistik, 1881, III, S. 121 fl.)veröffentlicht hat, ist boziiglich der Kulturländer folgendes:

In den 50 Jahron 18311880 war nach annähernder Schätzung

die gesamto Produktion an Gold: 6,357 000 Kg., im Werte17 736 Millionen Mark,

der industrielle Goldverbrauch (nach Abzug des alten Ma-terials): 2,070 000 Kg., im Werte 5 775 Millionen Markoder 32, 6 % der Produktion,

die Produktion an Silber: 57,270 000 Kg., im Werto10 309 Millionen Mark,

der industrielle Silberverbrauch (nach Abzug des alten Ma-terials): 14,500 000 Ivg., im Werte 2 610 Millionen Markoder 25, 2 % der Produktion.

Ich bin wie auch Soetbeer selbst weit entfernt, indiesen Angaben mehr als eine nur annähernd zutreffende Schätzungerblicken zu wollen. Aber es genügt hier vollkommen, feststellenzu können, dass nach einer möglichst genauen und vorsichtigen Be-rechnung dieanderweitige Verwendung des Goldes etwa dendritten, die des Silbers etwa den vierten Teil der Gesamtproduktionbeträgt. Ich habe nur noch hinzuzufügen, dass spätere Abschätzun-gen vou der Soetbeers darin abweichen, dass sie die auf denanderweitigen Verbrauch entfallende Quote höher anschlagen undinsbesondere auch die in der letzten Zeit eingetretene Verwendungdes Goldeszu Luxuszwecken sogar auf entschieden mehr als dieHälfte des jährlich produzierten Gesamtquantums angesetzt haben.

Wie kann man nun nach alledem auf die Meinung bauenwollen, dass der Wert der Edelmetalle nur durch den von devStaatsregierung normierten Gebrauch derselben als Geld bestimmtwerde und hierauf gründet doch recht eigentlich die bimetalii-stische Doktrin, welche jeneandauernde feste Wertrelation von1 : 15,5 für Gold zu Silber verlangt! Die Einen sagen kurzwegim Hinblick auf das Währungsgeld als gesetzliches Zahlungsmittel:der Edelmetallwert wird durch diesen Geldgebrauch bestimmt. Anderebezeichnen den Geldgebrauch wohl nur als denweitaus wichtigeren.