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folgenden Jahrhunderten die Geschicke der Menschheit selbsttätig mit-zubestimmen. Auf die politische Sandbank geworfen, wird er unfrei,weil abhängig von der Duldung der Stärkeren. Aber bei dem engenZusammenhang aller Kulturgebiete steht noch Weiteres auf dem Spiele:Wer politisch bei Seite geschoben ist, hat keine Hoffnung, den Talwegdes wirtschaftlichen und geistigen Stromes durch sein Gebiet zu lenken.Er wird zum Nachzügler eines vorwärts stürmenden Heeres.
Hieraus ergibt sich für uns Deutsche von heute eine unabweislicheAufgabe: In den neuen und erweiterten Weltverhältnissen der Gegenwarthat die deutsche Nation das Recht und die Pflicht der Selbstbejahung —das Recht zu Gunsten ungezählter Nachfahren, die Pflicht im Interesse derMenschheit. Denn die Menschheit wäre ärmer, wenn im Strahlenkränzedes göttlichen Lichtes, das sich in den verschiedenen Nationen verschiedenbricht, der Strahl des deutschen Genius verbliche. Damit erhebt sich dieüber alles ernste Frage: Wird zu Ende des gegenwärtigen Jahr-hunderts neben den beiden angelsächsischen Weltmächten, neben der imAugenblick geschwächten, aber in ihrem Kerne doch zukunftsreichenslavischen Weltmacht, wird neben den neu aufsteigenden Weltmächtender gelben Rasse unser Deutschland die machtpolitische Gleichberechtigungbehaupten? Wie die Verhältnisse liegen, so kann Deutschland — zunächstwenigstens — nur durch intensive Steigerung seiner Volkswirt-schaft die Enge der kleindeutschen Grenzpfähle überwinden und somittelbar an der übereuropäischen Ausdehnung teilnehmen: Deutschland als weltwirtschaftlicher Industrie-, Handels- und Gläubigerstaat auf ver-hältnismässig starker, europäisch-landwirtschaftlicher Grundlage.
Wie dem immer sei — ob wir wollen oder nicht — der Würfel istgefallen, den Bismarck geworfen hat. Jetzt handelt es sich nicht mehr umdie Wahl des Weges, auf dem wir bereits ein weites Stück zurückgelegthaben. Heute steht und fällt Deutschlands volkswirtschaftliches Daseinmit seinen weltwirtschaftlichen Beziehungen, welche alle Zweige derheimischen Produktion, nicht zum mindesten auch die deutsche Bauern-