Ausgezeichnetes geleistet. Heute kohlt z. B. die deutsche Flotte fast sogut als die englische. Der „Kaiser Wilhelm II.“ nahm in Kiel Kohlenein, während ich an Bord war. Die Durchschnittsleistung war 283 t proStunde. Ich glaube, diese Leistung ist einmal von der „Majestic“, demFlaggschiff des Admirals Wilson, übertroffen worden, zeigt aber, welcheFortschritte die deutsche Flotte in Leistungsfähigkeit macht. Ausser derenglischen gibt es keine Flotte in der Welt, die so tüchtig wäre wie diedeutsche .“ Um so weniger darf in diesem Zusammenhänge verschwiegenwerden, dass konstruktive Mängel in den Augen britischer Fachmännerdie deutsche Flotte bislang stark entwerteten. Erst den neuesten Schiffs-konstruktionen Deutschlands wird grössere Achtung entgegengebracht.So weit diese Achtung begründet ist, hätten wir mit den früheren Miss-griffen ein teueres, aber nicht zu teueres Lehrgeld bezahlt.
Dieser Achtung wird der Gerechtigkeitssinn des britischen Volkeszu Hilfe kommen: wenn es die maritime Machtentfaltung den Amerikanernund Franzosen, den Russen und Japanern vergönnt, darf es sie der-jenigen Nation verweigern, welche nächst Grossbritannien der Welt-wirtschaft am innigsten verflochten ist? Noch steht die deutsche Flottean Stärke hinter der französischen zurück, und doch sind Frankreichs über-seeische Interessen im Vergleich zu den deutschen künstlich angebaute.Kann ein billig denkender Engländer verlangen, dass Deutschland seinDasein der Gnade oder Ungnade einer fremden Macht anvertraut? Aufdem Boden solcher Erwägungen dürfte in England jene Stimmung er-wachsen, welche bei aller Pflege der amerikanischen, französischen undjapanischen Freundschaft auch für Deutschland noch guten Willen übrigbehält. Selbstverständlicherweise wird kein vernünftiger Deutscher es denEngländern verdenken, diejenigen Sicherheitsmassregeln zu ergreifen,welche in ihrem Interesse ihnen geboten erscheinen.
Leider ist es nicht überflüssig, den reinen Verteidigungszweck derdeutschen Flotte auf das nachdrücklichste hervorzuheben. So mancherBierbankpolitiker hat in einem Nebel von Alkohol und Tabaksqualm —