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VI. Zuckereinfuhr Kanadas
Deutschland
England
Westindien
Britisch-Guyana
aus
1900/01
3411881
1904/05
13000
456000
4000000
2500000
in Dollar
91786
169000
20000
Für Deutschland ist England weitaus der beste Markt, welcherdie nächstfolgenden Märkte — Österreich-Ungarn, Russland, die VereinigtenStaaten — um mehrere hundert Millionen Mark an Aufnahmefähigkeitübertrifft. (Tabelle I). Der englische Markt ist für uns um so wichtiger,als Deutschland nicht die Kolonien besitzt, auf welche es sich — wieEngland — im Notfall zurückziehen könnte. Die Möglichkeit Chamber-lain’scher Zollpläne ist für Deutschland ausgeschlossen; Deutschland braucht fremde Märkte.
Der mitteleuropäische Zollverein, welcher als Ersatz für den sich etwaverschliessenden englischen Markt empfohlen wird, ist demgegenüber einnebelhaftes Gebilde. Selbständige Großstaaten werden den wichtigstenTeil ihrer Souveränität, welcher in der Handelspolitik zum Ausdruckkommt, zugunsten einer internationalen Oberinstanz nimmermehr auf-geben; sie werden sich nicht in Zollkriege verwickeln lassen, die sienichts angehen. Weshalb sollte z. B. Österreich-Ungarn sich für Deutsch-lands Zwecke mit England oder den Vereinigten Staaten handelspolitischÜberwerfen? Noch weniger wäre Deutschland geneigt, sich in wichtigenhandelspolitischen Fragen von Verl ragsgenossen überstimmen zu lassen.Der deutsche Zollverein kam einst zustande, weil in und mit ihm dieFrage der politischen Vorherrschaft Preussens über die deutscheKleinstaaterei entschieden wurde. Der grösserbritische Zollverein ist trotzaller Schwierigkeiten denkbar, weil die Herstellung eines gemeinsamenstaatsrechtlichen Organs nicht ausgeschlossen ist. Ohne die Voraussetzung