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England und Deutschland, eine wirtschaftspolitische Studie : Festschrift zur Feier des Geburtstages... des Großherzogs Friedrich... / v. Schulze-Gaevernitz
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28 Denkschrift des Reichsmarineamts über die Entwicklung der deutschen Seeinteressen imletzten Jahrzehnt 1905: Über die Rheinhäfen gingen im Jahre 1903 nach Deutschland Seeeinfuhrenim Werte von 1,5 Milliarden Mark, Seeausfuhren im Werte von mehr als 700 Millionen Mark.

24 Gedanken und Erinnerungen. Bd. II, S. 178.

25 Vergl. von Schulze-Gävernitz. Marx oder Kant. Freiburg i. B. 1908. S. 37.

26 Parvus. Marineforderungen, Kolonialpolitik und Arbeiterinteressen. Dresden , Verlagder Sächs. Arbeiter-Zeitung. Vergl. daselbst S. 18 folgendes köstliche Argument gegen dieFlotte:Gewiss, die Linienschiffe und Kreuzer sind gewaltige, starke Schiffe, ausgerüstet miterstaunlichen Zerstörungswerkzeugen, aber gerade das macht sie schon wegen ihres langsamen,schwerfälligen Ganges sehr wenig geeignet zur Beschützung der flinken, leichten Handelsschiffe eventuell aber können sie den eigenen Handelsschiffen durch ihren Schutz recht gefährlichwerden. Bei dem weittragenden Schnellgeschützfeuer von schrecklicher Explosionskraft, das imSeekrieg zur Anwendung kommt, laufen die hölzernen Kauffahrteischiffe, die in die Gefechtslinieder sie beschützenden, wie der sie angreifenden Panzerungeheuer kommen, die grösste Gefahr.

Vergl. demgegenüber die sehr vernünftigen Worte Calwers in den sozialistischen Monats-heften. 1905, 2, S. 741, 743.Der ökonomische Konkurrenzkampf lässt sich nicht von heuteauf morgen abschwächen oder gar beseitigen, er ist ebenso ernst, vielleicht noch ernster alsein blutiger Krieg.Wenn England neuerdings dazu übergeht, seine Kolonialgebiete mit demMutterland zollpolitisch zu vereinigen, so geschieht es aus dem Grunde, weil es den WettbewerbDeutschlands und auch der Vereinigten Staaten auf dem Weltmarkt richtig bewertet und früh-zeitig dafür Sorge trägt, einen grossen Teil der Welt in einen Vorzugsmarkt für britische Er-zeugnisse umzugestalten. Von diesem hier gekennzeichneten ökonomischen LebensinteresseEnglands wird in letzter Linie auch seine Weltpolitik bestimmt. Alle schönen Wünsche undReden, ob sie nun aus England selbst vereinzelt zu vernehmen sind, oder von ausserhalbstammen, ändern an der Kraft, mit der sich dieses Lebensinteresse geltend macht, nichts. Werder Verwirklichung dieses Lebensinteresses entgegensteht, oder auch nur entgegenzustehenscheint, ist eben ein natürlicher Gegner Englands . Vergl. auch Bernstein. Die Voraus-setzungen des Sozialismus. Stuttgart 1906, S. 144 ff.

27 Outlook vom 17. November 1900:We shall go on to build ships against Germany, untillthe competition is abandoned.

28 Vergl. Fr. Zahn, Finanzen der Grossmächte. Berlin 1908, insbesondere Tabelle S. 60.

Nicht mangelnde Steuerfähigkeit, sondern Steuerwilligkeit. Vergl. Zahn, a. a. O. S. 63:

Nach Berechnungen J. Lißners (Die deutsche Tabaksteuerfrage. Leipzig 1907, insbesondereS. 141) gab das deutsche Volk für seinen Rauchgenuss 1877: 239.5 Mill. Mk., 1905 aber573.2 Mill. Mk., also 334 Mill. Mk. mehr aus Nach der in diesem Zeiträume vor sich gegangenenBevölkerungsvermehrung um 45 °/o hätte die Aufwandsteigerung 108 Mill. Mk. betragen müssen.Die natürliche Aufwandsteigerung wurde infolge der deutschen Wohlstandsentwickelung alsonoch um 226 Mill. Mk. übertroffen. Pro Kopf der Bevölkerung betrug nach Lißner der Jahres-aufwand für Rauchzwecke:

1877

5.67

Mk.

einschliesslich 0.40

Mk.

Steuer

1893

7.91

»

»

1.09

»

»

1903

9.11

»

n

1.17

»

1905

9.48

n

n

1.17

»

1)