Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
322
Einzelbild herunterladen
 

vorläufig diese letztere Frage ruhen zu lassen und dieweitere Entwicklung abzuwarten.

Herr Jonescu sagte mir noch, daß sich Bulgarien inkeiner angenehmen Lage befände, teils wegen derstarken Verluste, teils weil die bulgarischen Soldatenvor Tschataldja zu desertieren anfingen. Auch droheder Zwist nicht nur mit Griechenland wegen Saloniki ,sondern auch mit Serbien wegen Monastir, das Ser-bien beanspruche. Es habe auch bereits seine Truppenvor Adrianopel, angeblich um sich gegen Österreich zu sichern, zurückgezogen.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 10. 1. 1913

H err Cambon hat uns soeben den nachstehendenText der in Konstantinopel zu übergebenden iden-tischen Note unterbreitet, welcher einstimmig an-genommen wurde zur Unterbreitung an die betreffen-den Regierungen. Sir E. Grey hat diesem Wortlaut denVorzug gegeben vor der von Herrn Lowther*) gemel-deten, dort vereinbarten Abfassung. Er wird daherseinen Vertreter beauftragen, sich an der Über-reichung dieser Note zu beteiligen.

Entwurf der Kollektivnote.

Die Unterzeichneten Botschafter Österreich -Un-garns, Englands, Frankreichs, Rußlands, Deutschlands und Italiens sind von ihren Regierungen beauftragtworden, Seiner Exzellenz dem Minister der Auswär-tigen Angelegenheiten Seiner Kaiserlichen Majestätdes Sultans die folgende Mitteilung zu machen:

Von dem Wunsch geleitet, die Wiederaufnahmeder Feindseligkeiten zu verhindern, glauben die be-sagten Mächte, die Aufmerksamkeit der Kaiserlich

) Britischer Botschafter in Konstantinopel.

322