Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

abhalten werde. Alle später auftauchenden Fragenkönnten auf dem sonst üblichen Wege der Verständi-gung zwischen den Kabinetten erledigt werden.

Lichnowsky.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 3. 7. 1913

B ei unserer heutigen Unterhaltung kam Sir E. Greyauch auf die albanische Frage zu sprechen undbedauerte, daß sie so wenig Fortschritte machte. Nichteinmal über die Berufung der beschlossenen aus-ländischen und einem neutralen Staate zu entnehmen-den Gendarmerie schiene sich Graf Berchtold schlüssigwerden zu können, Mein österreichisch-ungarischerund russischer Kollege hätten zwar Vorschläge fürdie künftige Verfassung Albaniens unterbreitet, undes sei darin die Rede davon, daß die Commission decontröle Vorschläge ausarbeiten solle. Über die Not-wendigkeit sofortiger und provisorischer Übernahmeder Verwaltung durch dieselbe verlaute aber nichts.

Was die südliche Abgrenzung betreffe, so seiennunmehr Vorschläge des Grafen Berchtold eingegangen,die sich auf der Grundlage PhteliaKoriza bewegten.Sollte hierauf eingegangen werden, so müßte man imPunkt Kutzowalachen entgegenkommen. Ich erwiderte,daß dies durchaus den Auffassungen Euerer Exzellenzentspreche, daß bisher aber auf seiten Rumäniens wenig Geneigtheit bestände nachzugeben, und daßHerr Majorescu den Schwerpunkt der Verhandlungenhierher verlegen wolle. Ich legte ihm nahe, mit HerrnMisu zu sprechen, und hatte den Eindruck, daß derMinister es nicht für ausgeschlossen halte, daß schließ-doch eine Einigung auf dieser Grundlage erzieltwerden könne.

Lichnowsky.