AN DAS AUSWÄRTIGE AMT
B ezeichneten Inhalt*) vertraulich mit Sir E. Greybesprochen, der Auffassung teilt. Konnte An-gelegenheit auf heutiger Vereinigung aber nicht ver-treten, da Graf Mensdorff noch ohne Weisungen. SirE. Grey hat österreichisch-italienischen Entwurf, derihm von meinen betreffenden Kollegen übermitteltwurde, mit Gegenvorschlägen beantwortet, die Ein-setzung Commission de contröle als provisorischeRegierung unter Festsetzung eines Datums für Für-stenwahl enthalten. Sobald Antwort eingeht, werdengemeinsame Grundsätze Botschafterversammlung vor-gelegt, vielleicht schon nächsten Donnerstag.
Neue österreichische Anregung, durch österreichi-schen und italienischen Bevollmächtigten an Ort undStelle zukünftige Verfassung Albaniens ausarbeitenzu lassen, wurde von Sir E. Grey zurückgewiesenunter Hinweis auf ungünstigen Eindruck, der dadurchbei anderen Mächten hervorgerufen würde. Erwünscht, daß provisorische Regierung hiermit befasse.
Wiener Kabinett scheint noch immer sich der all-gemein gewünschten Einsetzung einer provisorischenRegierung, verkörpert durch die Commission de con-tröle bis zur Ernennung des Fürsten und Bildung end-gültiger Organisation zu widersetzen, da es darin nureinen Versuch wittert, dauernde Zustände überhauptzu hintertreiben. Herr Cambon erklärte mir heute,seiner Regierung läge jede solche Absicht fern.Lediglich aus praktischen Gründen halte sie es aberfür nötig, vorläufige Regierungsgewalt möglichst um-gehend einzusetzen.
Betreffend Koriza wies Sir E. Grey darauf hin,daß Griechenland viel daran gelegen sei, Verbindung
) Dieser erwähnte Inhalt betrifft unwesentliche WünscheÖsterreichs bezügl. der Südgrenze Albaniens .
2 Lichnowtky II
17