mit Serbien zu erhalten, das auch durch Griechen-land an das Ägäische Meer zu gelangen wünsche.Dies könne aber vielleicht auch über Saloniki er-reicht werden, etwa nach der Art der ehedem vonÖsterreich gewünschten Handelsverbindung. Aufmeine Bemerkung, daß Ereignisse auf dem Balkan neue Lösungen der bestehenden Schwierigkeitenbringen könnten, entgegnete der Minister, daß da-durch vielleicht manche erleichtert werden würden,eine Auffassung, der ich auch bei mehreren meinerKollegen begegnet bin. Hierbei betonte Sir E. Grey,wie er es auch in der Sitzung getan, daß der Streitder ehemaligen Verbündeten nichts an den gefaßtenBeschlüssen der Mächte ändern könne. Was Korizabetreffe, so könne das an Albanien gehen, falls dafürdie Inseln mit Ausnahme von Imbros undTenedos, diedie Türkei behalten solle, und von Thasos, das Bul-garien bekäme, an Griechenland fielen. Samothrake erwähnte er nicht. Dabei könnten noch einige derkleineren, deren Bevölkerung im wesentlichen mo-hammedanisch sei, vielleicht bei der Türkei bleiben.
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 11. 7. 1913
S ir E. Grey wird voraussichtlich nächsten Dienstagauf Botschafterversammlung Einsetzung proviso-rischer albanischer Regierung mit befristeter Fürsten-wahl und Abgrenzung Südalbaniens auf bekannterGrundlage zur Sprache bringen, da durch weitere Ver-schleppung der Angelegenheit Erledigung derselbenvor Ende des Monats immer zweifelhafter erscheint.
Es wäre dringend erwünscht, in Wien darauf hin-zuwirken, daß Graf Mensdorff bis dahin in die Lage