Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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Achter Abschnitt

DAS DEUTSCH -BRITISCHEKOLONIALABKOMMEN

Anmerkung: Von Anfang an stellte die britische Re-gierung die Veröffentlichung des neuen und der gesamten altenVerträge als eine unumstößliche Bedingung für einen neuen Ver-trag hin, und zwar sowohl aus Gründen der inneren wie der äuße-ren Politik. Auch lag Sir E. Grey sehr viel daran, daßdurchdiesen Vertrag die Einmütigkeit der beiderseitigen Regierungenbekundet und der Welt gezeigt wird, daß es möglich sei, sich aufähnlichen Gebieten zu verständigen". Trotz dieser unzweideutigenÄußerung war es erst kurz vor Kriegsausbruch möglich, die Zu-stimmung des Auswärtigen Amtes zur Veröffentlichung und zur Voll-ziehung des längst fertigen neuen Vertrages zu erlangen! Immerneue Vorwände wurden gesucht, um den Vertrag, wenn irgendmöglich, zum Scheitern zu bringen. Aus der ganzen Haltung desbritischen Ministers ging jedenfalls sein aufrichtiger Wunsch nacheiner Annäherung an uns hervor.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London, 20. 11. 1912

I ch hatte soeben im Unterhause eine eingehende Be-sprechung mit Sir E. Grey über das portugiesische Ko-lonialabkommen, zu welcher auch Mr. Lewis Harcourt zugezogen war. An der Hand der mir mitgegebenenKarten und der Unterweisungen, die ich in Berlin er-halten habe, suchte ich alle Gesichtspunkte zu ver-werten, welche für die Berechtigung unserer Forde-

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