Dreizehnter Abschnitt
ord Haldane besuchte mich heute, um mit mir die
J—f politische Lage zu besprechen. Während derlängeren Unterredung betonte er wiederholt die Not-wendigkeit, in der orientalischen Krisis zu einem Aus-gleich der Gegensätze zu gelangen, da es unabsehbarsei, welche Folgen eine kriegerische Verwicklung, indie eine oder mehrere der Großmächte hineingezogenwürden, haben könnte. England sei unbedingt fried-lich und kein Mensch wolle hier den Krieg, schon auswirtschaftlichen Gründen. Aber bei einem allgemeineneuropäischen Wirrwarr, der sich doch aus dem Ein-marsch Österreichs in Serbien ergeben könnte, fallsSerbien nicht gutwillig die besetzte Adriaküste räumte,sei es kaum wahrscheinlich, daß Großbritannien derstille Zuschauer werde bleiben können.
Ich entgegnete, ich wolle nicht die Frage an ihnrichten, ob das soviel hieße, als ob England alsdanngegen uns feindlich vorgehen würde. Er erwiderte,daß das gewiß nicht die notwendige, wohl aber diemögliche Folge eines Krieges sein würde zwischenbeiden kontinentalen Gruppen. Die Wurzeln, sodrückte er sich aus, der englischen Politik lägen inder hier allgemein verbreiteten Empfindung, daß das
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